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Öffentliches Leben lahmgelegt : Streik in Israel mit Schließung von Börse und Flughafen

  • Aktualisiert am

Streikfolgen: Wartende am Flughafen Ben Gurion Bild: HOLLAND/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Die Ratiopharm-Muttergesellschaft Teva droht mit Stellenabbau. Deshalb haben Hunderttausende in Israel mit einem Solidaritätsstreik das öffentliche Leben zeitweise lahmgelegt.

          Ein halbtägiger Streik gegen den geplanten Stellenabbau bei der Ratiopharm-Muttergesellschaft Teva hat das öffentliche Leben in Israel zeitweise lahmgelegt. Hunderttausende Arbeitnehmer folgten dem Solidaritätsaufruf des Gewerkschaftsverbands Histadrut und legten am Sonntagvormittag ihre Arbeit nieder.

          Wegen des Ausstands blieben zu Beginn der israelischen Arbeitswoche Behörden, Ministerien und Banken sowie der internationale Flughafen Ben Gurion und die Börse in Tel Aviv zunächst geschlossen. Im öffentlichen Nahverkehr wurde entgegen ersten Plänen nicht gestreikt, um Soldaten die Rückkehr zu ihren Standorten zu ermöglichen. Vor Teva-Einrichtungen kam es zu Protesten.

          Der Generika-Weltmarktführer will in der Heimat rund 1700 Stellen streichen und ein Werk schließen. Auf der ganzen Welt will der Konzern 14.000 der etwa 57.000 Arbeitsplätze abbauen, wie er am Donnerstag angekündigt hatte.

          Preisverfall bei Generika und hohe Schulden

          Die Pläne lösten in Israel einen Sturm der Empörung aus. Politiker und Gewerkschaftsvertreter kritisierten, das Management wolle die Mitarbeiter für missglückte Expansionsvorhaben im Ausland zahlen lassen.

          Teva-Mitarbeiter bei einer Straßenblockade in Neot Hovav

          Teva leidet unter einem Preisverfall bei Nachahmer-Medikamenten und einem fast 35 Milliarden Dollar hohen Schuldenberg nach der milliardenschweren Übernahme des Generika-Geschäfts vom irisch-amerikanischen Pharmakonzern Allergan. Zum Umfang von Stellenkürzungen in Deutschland äußerte sich das Unternehmen zunächst nicht.

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