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NSA-Affäre : Spionageskandal setzt Geheimdienst-Unternehmen zu

  • Aktualisiert am

Der Geheimdienst-Dienstleister Booz Allen sitzt in McLean im amerikanischen Bundesstaat Virginia. Bild: dpa

Die amerikanischen Geheimdienste haben viel Arbeit ausgelagert an private Unternehmen. Die fürchten nun, künftig weniger Aufträge zu bekommen.

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          Die Spionageaffäre um den früheren amerikanischen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden bereitet nicht nur Politikern Kopfzerbrechen, sondern auch vielen Finanzinvestoren. Denn viele Dienstleister, die wesentlich sowohl für das amerikanische Militär wie für die Geheimdienste arbeiten, gehören Private-Equity-Häusern. Sie könnten nun als eine Folge der aktuellen Affäre viele Aufträge verlieren und müssen sich außerdem offenbar darauf gefasst machen, künftig strenger durch den amerikanischen Kongress beaufsichtigt zu werden.

          Das dürfte gerade jetzt besonders schmerzen, da die Umsätze und Margen dieser Unternehmen wegen generell sinkender Rüstungsausgaben angeblich ohnehin unter Druck stehen. Zugleich bedeutet dies, dass die Finanzinvestoren aber geduldig weiter engagiert bleiben müssen in diesen sehr spezialisierten Unternehmen, da es im aktuellen Umfeld schwierig sein dürfte, attraktive Verkaufspreise zu erzielen.

          Der nun im Mittelpunkt stehende ehemalige Geheimdienstler Edward Snowden stand in Diensten der privaten Firma Booz Allen Hamilton und arbeitete in einer Einrichtung des nun mit zahlreichen Vorwürfen konfrontierten amerikanischen Geheimdienst NSA auf Hawaii. Dort gelangte er an brisante Informationen, die nun auf der ganzen Welt Thema sind. Die Vereinigten Staaten beschuldigen den IT-Spezialisten des Geheimnisverrats und der Spionage.

          Hoffen auf höhere Verteidigungsausgaben

          Booz Allen Hamilton gehört zu zwei Dritteln dem Finanzinvestor Carlyle, der sich wie zahlreiche andere Private-Equity-Häuser in den Jahren 2007 bis 2010 in solchen Servicefirmen bevorzugt engagierte. Die Investoren gingen davon aus, dass die Vereinigten Staaten auch weiterhin immer mehr für Geheimdienste und Sicherheit ausgeben würden. Doch diese Wette ging (bisher) verloren: Regierung und Kongress kürzten im Verteidigungsbereich massiv.

          Carlyle brachte Booz noch im Jahr 2010 kurz vor der ersten Sparrunde an die Börse - mit Erfolg. 2008 hatte die Beteiligungsfirma gut 950 Millionen Dollar für Booz gezahlt und bekam schon infolge des Börsengangs 1,2 Milliarden Dollar wieder heraus. Der noch im Besitz von Carlyle verbliebene Anteil ist 1,6 Milliarden Dollar wert. Der Aktienkurs von Booz Allen brauch ein, nachdem die Spionageaffäre bekannt geworden war, hat einen Teil der Verluste aber wieder aufgeholt und liegt in etwa auf dem Niveau, zu dem das Unternehmen an die Börse gegangen war.

          Geheimdienst-Zuliefererbranche wird überleben

          Für viele andere Servicefirmen sieht es schlechter aus - auch weil sie nicht so eine lange Geschichte als Partner der amerikanischen Regierung haben. Im Gegensatz zu Booz sind die Umsätze vieler Wettbewerber in den vergangenen beiden Jahren gesunken und die Aussichten wegen der Affäre wenig rosig. „Viele Private-Equity-Häuser haben hohe Preise für diese Firmen gezahlt“, sagt Michael Urfirer vom Beratungshaus Stone Key Partners. „Bei den derzeitigen Bewertungen wird ein Verkauf zu attraktiven Preisen schwierig.“

          Viele Servicefirmen, etwa Tasc von KKR und General Atlantic oder SRA International von Providence, wurden damals für das Zehnfache des operativen Gewinns gekauft, berichten mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.  Booz und andere börsennotierte Wettbewerber werden dagegen heute nur noch mit dem Sechsfachen des erwarteten Ergebnisses bewertet.

          Aber: Auch wenn die Spionage-Affäre einige Firmen hart treffen könnte und die Aufträge zurückgehen dürften, wird die Branche Experten zufolge nicht untergehen. Dafür ist der Bedarf des amerikanischen Verteidigungsministeriums und der Geheimdienste nach privaten Dienstleistungen schlicht zu hoch. Das hat auch NSA-Chef Keith Alexander bereits deutlich gemacht: „Wir könnten unseren Job nicht machen ohne die Unterstützung der Industrie. Eine einzelne Person hat unser Vertrauen missbraucht, aber das sollte nicht verallgemeinert werden.“

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