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Umweltfreundliche Alternative : Bio-Toiletten für Festivals

  • -Aktualisiert am

Ein neues Geschäftsmodell auf einem Festival in Frankfurt Bild: Nowato

Die Chemietoiletten, die man von Festivals und Baustellen kennt, schaden zumeist der Umwelt. Das junge Unternehmen Nowato hat deshalb Komposttoiletten entwickelt.

          Festivals, Parks, Baustellen – der Bedarf an Toiletten ist groß. Die praktischen Aufstelltoiletten haben aber einen Nachteil: Sie werden zumeist mit umweltschädigenden Chemikalien betrieben. Dem versucht die Frankfurter Nowato GmbH mit dem Verkauf und der Vermietung von Trocken- und Komposttoiletten entgegenzuwirken. Mieten kann man die Ökotoiletten im Rhein-Main-Gebiet, kaufen kann man sie in ganz Deutschland und in Teilen Europas. Nowato bedeutet: No Water Toilets.

          Im Jahr 2011 gründeten die Schwestern Elisabeth und Séverine Felt Nowato, um „aktiv etwas für die Umwelt zu unternehmen“, wie Elisabeth Felt sagt. Trocken- und Komposttoiletten seien ihnen vor allem aus Frankreich bekannt gewesen und von Reisen durch Marokko. „Wir stellten fest, dass Komposttoiletten für die Vermietung in Deutschland noch gar nicht existierten.“ Sie begannen mit einem Startkapital von 25 000 Euro.

          „Die Nutzung von Wassertoiletten verschmutzt die Gewässer durch Fäkalien. Die Klärung dieses Wassers verbraucht viel Energie und gelingt nicht komplett, was zur Verschmutzung der Ableitflüsse führt“, erklärt Felt. Für 5680 Euro inklusive Montage kann man die größte Komposttoilette „1m3“ kaufen. In Waldkindergärten sei das Modell „Wald“ beliebt, das einen 200-Liter-Behälter für die Reststoffe beinhaltet und ab 3520 Euro inklusive Lieferung erhältlich ist.

          Hobelspäne werden eingestreut

          Nach dem Preisrechner auf der Internetseite von Nowato kostet das Mieten einer Toilette, eines Pissoirs und eines Handwaschbeckens zusammen 254 Euro am Tag und für fünf Tage 468 Euro. Das Unternehmen erzielt nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von rund 400.000 Euro, je zur Hälfte durch Vermietung und Verkauf.

          Verkauft wird nach Deutschland, Österreich, in die Schweiz und nach Luxemburg. Der Exportanteil liege bei 15 Prozent. Die Produktion findet in Deutschland und Frankreich statt. Geforscht werde „lokal mit Hochschulen“, sagt Felt. Unterstützt werden die Geschäftsführerinnen von zwei Mitarbeitern. Die Nachfrage wachse, sagt Felt. „Andere Unternehmen wurden nach unserem gegründet.“

          Die Wirkungsweise der Toiletten basiert auf einem geschlossenen Kreislauf. Nach der Benutzung muss eine Handvoll zellstoffhaltiges Material pflanzlicher Herkunft wie Hobelspäne in die Toilette eingestreut werden. Der Zellstoff blockiert die enzymatische Reaktion in den Ausscheidungen, die den Geruch verursachen.

          Urin muss dabei sein

          Das kohlenstoffhaltige Einstreumaterial steht in einem optimalen Verhältnis zu den stickstoffhaltigen Fäkalien, wodurch eine ideale Kompostierung garantiert ist. Dieser Prozess kann jedoch nur stattfinden, wenn Urin beteiligt ist. Eine Belüftung wird nicht benötigt. Da Toilettenpapier eine ähnliche Struktur wie das Einstreu hat, kann es mit verwertet werden.

          Der Inhalt des Behälters muss auf den Kompost geleert werden und, um die Bildung von Ammoniak zu verhindern, mit Laub, Stroh oder Grünschnitt abgedeckt werden. Das zum Reinigen des Eimers verwendete Wasser kann auch auf den Kompost geschüttet werden. Der dadurch entstehende Kompost kann wie herkömmlicher Kompost verwendet werden.

          Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

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