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Fähren in Norwegen : Hurtigruten bekommt Konkurrenz

Mit Hurtigruten auf dem Weg in die Antarktis Bild: AP

Die Fahrt mit den Fähren der Hurtigruten ist eine beliebte Touristenattraktion in Norwegen. Jetzt fällt ihr Monopol – und das Unternehmen muss noch stärker auf Urlauber setzen.

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          Einst brachten die Schiffe vor allem Post und Lebensmittel in Städte und abgelegene Dörfer an der Westküste Norwegens. Längst ist die Fahrt mit den Fähren der Hurtigruten eine Touristenattraktion geworden. Doch 125 Jahre nach dem Ablegen des ersten „Postschiffs“ am 2. Juli 1893 verlieren die Hurtigruten ein Alleinstellungsmerkmal. Sie sind künftig nicht mehr alleiniger Inhaber der staatlichen Konzession für Liniendienste zwischen 34 Häfen Norwegens. Die norwegische Regierung hat beschlossen, dass sich das Traditionsunternehmen das Geschäft ab 2021 für vorerst zehn Jahre mit dem regionalen Konkurrenten Havila teilen muss.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mit der Entscheidung fällt ein Schifffahrtsmonopol. Norwegens Fjorde haben zwar längst auch die Kreuzfahrtreedereien der Welt als Revier für sich entdeckt, doch die kleineren Hurtigruten-Fähren steuerten zwischen der Küstenstadt Bergen und Kirkenes im Nordosten auch durch Engen, die große Urlauberschiffe meiden. Zudem wirkt die „Postschiff“-Geschichte nach, da die elf Schiffe bis heute nicht nur Touristen befördern, sondern auch Küstenorte beliefern. Bis in die siebziger Jahre hinein waren die Schiffe in der Versorgung im Winter für einige Orte die einzige Verbindung zum Rest der Welt.

          Nun gibt es auf der 2500 Kilometer langen Route über den Polarkreis hinweg Konkurrenz. Ab 2021 darf Hurtigruten nur noch sieben Schiffe im Rahmen der staatlichen Konzession einsetzen. Vier Schiffe darf Konkurrent Havila betreiben. Das Unternehmen wurde erst 2003 gegründet. Der Schwerpunkt der jungen Reederei lag bislang im Betrieb von Versorgungsschiffen für Bohrplattformen und Offshore-Projekte. Für die Personenbeförderung im Liniendienst muss das Unternehmen vier Fähren bauen lassen. Die Regierung in Oslo rechnet sich dennoch aus, mit der Aufteilung der Konzession das Angebot insgesamt zu verbessern.

          Hurtigruten befürchtet indes einen Preiskampf auf der Traditionsstrecke. Dem will sich das Unternehmen ein Stück weit entziehen, indem es noch stärker auf Urlauber statt auf Einheimische an Bord setzt und sich als Kreuzfahrtanbieter präsentiert. Die Reederei rüstet ihre neuen Schiffe mit Hybridantrieben für emissionsfreies Fahren auf Teilstücken aus, da Norwegen einige Fjorde für Kreuzfahrtschiffe sperren will, die Umweltauflagen nicht erfüllen. Schrumpfen soll die an Norwegens Küste eingesetzte Flotte nicht, die größten Schiffe sollen aber künftig nur noch Touristen am Nordkap vorbei bis nach Kirkenes bringen und dabei einige Kleinhäfen der Linienroute auslassen.

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