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Nordsee : Wind verzögert Bau von Offshore-Windpark

Die Fundamente für die Anlage warten in Wilhelmshaven Bild: ddp

Der Bau des ersten deutschen Offshore-Windparks in der Nordsee verzögert sich wegen schlechten Wetters. Seit Anfang August stehen die ersten drei Fundamente für die knapp 180 Meter hohen Windkraftanlagen bereit. Um sie auf dem Meeresgrund verankern zu koennen, werden mehrer Tage mit ruhiger See benötigt.

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          Die ehrgeizigen Pläne der Bundesregierung für den Ausbau der Windenergie an der deutschen Nordseeküste haben einen Rückschlag erlitten. Das Baukonsortium für den ersten Testwindpark „Alpha Ventus“ 45 Kilometer vor der Insel Borkum teilte am Donnerstag mit, wegen andauernd schlechten Wetters und starker Winde könnten die Fundamente für die Windräder nicht gelegt werden.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          „Die Verschiebung hat voraussichtlich zur Folge, dass die ersten Windenergieanlagen im Frühjahr 2009 errichtet werden können.“ Frühestens im Sommer des kommenden Jahres dürfte nun Windstrom aus dem von den Energiekonzernen Eon, Vattenfall und EWE getragenen Projekt ins Stromnetz eingespeist werden.

          Verkabelung wurde zurückgestellt

          Die geplante Verkabelung des Windparks sei zurückgestellt worden, teilte das Konsortium mit. Das schlechte Wetter habe verhindert, dass die 700 Tonnen schweren und 45 Meter hohen Fundamente in 30 Metern Wassertiefe planmäßig abgesetzt werden konnten.

          Ursprünglich sollten in diesem Jahr die ersten 6 von 12 Windrädern mit je fünf Megawatt Leistung installiert werden. Seit Anfang August stehen die ersten drei Fundamente für die knapp 180 Meter hohen Windkraftanlagen bereit. Nach früheren Plänen wollte die Windkraftbranche schon im Jahr 2006 die ersten kommerziellen Windparks auf hoher See in Betrieb nehmen. Nun wird für das kommende Jahr mit ersten Testergebnissen gerechnet. Die sollen Aufschluss darüber geben, ob und wie der Ausbau fortgesetzt werden kann. Von 2009 an wird auch die Förderung für Anlagen vor der Küste (Offshore) erhöht, von 9 auf 15 Cent je eingespeiste Kilowattstunde.

          Der Bundesverband Windenergie sieht sich durch die Verschiebung in seiner Auffassung bestätigt, dass auch der Aus- und Aufbau von Windrädern an Land fortgesetzt werden müsse. Ein Sprecher sagte, nur so könne die Bundesregierung ihre ehrgeizigen Klimaschutzziele erreichen. Bis zum Jahr 2020 sollen nach den Plänen 25 Prozent des Stromverbrauchs durch Windenergie erzeugt werden. So soll die Kapazität an Land auf 45.000 Megawatt verdoppelt werden, auf See weitere 10 000 Megawatt installiert werden. Das entspräche 2000 Windrädern des Typs, der vor Borkum erprobt werden soll.

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