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Reithofer in den Aufsichtsrat : BMW-Aktionäre schimpfen

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Norbert Reithofer will nach erfolgreichen Jahren als Konzernchef nun an die Spitze des BMW-Aufsichtsrates wechseln. Bild: AP

Den Gewinn verdoppelt, die Dividende verdreifacht, das Image aufpoliert: Die Bilanz des scheidenden BMW-Vorstandschefs Norbert Reithofer kann sich sehen lassen. Deswegen gibt es Kritik daran, was er künftig machen will.

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          Der geplante direkte Wechsel des scheidenden BMW-Vorstandsvorsitzenden Norbert Reithofer an die Spitze des Aufsichtsrates stößt vielen Aktionären sauer auf. „Damit schaden sich alle Beteiligten letztlich selbst“, kritisierte Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Union Investment während der Hauptversammlung an diesem Mittwoch in München. „Ein Aufsichtsratsvorsitzender braucht kritische Distanz, um Dinge zu hinterfragen.“ Bei einem sofortigen Wechsel könne Reithofer „nicht unbefangen und neutral“ über das wachen, was er selbst geschaffen habe.

          Zudem mache er es, so Speich weiter, angesichts seiner Erfolge als Vorstandschef seinem Nachfolger Harald Krüger noch schwerer, aus seinem Schatten zu treten. Seit BMW im Dezember den Wechsel an der Führungsspitze angekündigt hatte, lobte Reithofer während vieler Gelegenheiten die von ihm aufgesetzte Konzernstrategie, die bis zum Jahr 2020 gelten solle.

          „Wir erwarten viel“

          „Eigentlich ist das ein No-go, wir sind gegen diese Konstellation“, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Ihr Kollege Felix Schneider verwies auf die Grundsätze der guten Unternehmensführung, den Deutschen Corporate Governance Kodex. Dort wird eine zweijährige sogenannte Abkühlphase zwischen den beiden Spitzenämtern empfohlen.

          Nur so könne die Unabhängigkeit erhalten werden, betonte Schneider. Im Kodex ist aber eine Ausnahme vorgesehen: Der direkte Wechsel eines Firmenchef auf den Spitzenposten im Aufsichtsrat kann auf Wunsch eines Großaktionärs erfolgen. An BMW hält die Familie Quandt beinahe die Hälfte der Anteile.

          Für seine Arbeit als Vorstandschef erhielt Reithofer Lob von allen Seiten, inklusive Stefan Quandt, der das „neue Niveau“ des Unternehmens würdigte. In seiner achteinhalb-jährigen Amtszeit hatte Reithofer BMW eine Imagewende verpasst und viele interne Tabus gebrochen: Der Oberklasse-Hersteller stieg aus der Formel 1 aus und setzte auf Elektroautos, er ging Partnerschaften ein und verkauft seine Motoren seither an Dritte. Gekoppelt mit einem milliardenschwere Sparprogramm und dem Abbau von mehr als 10.000 Stellen sorgte Reithofer dafür, dass sich der Gewinn seit 2007 mehr als verdoppelte, und die Dividende fast verdreifachte.

          DSW-Vertreterin Bergdolt sagte, der neue Vorstandschef Krüger trete in große Fußstapfen. Angesichts der „ganz hohen Basis“ werde es schwierig, alle Erwartungen zu erfüllen. „Und wir erwarten viel“, sagte sie. „Wir erwarten von Ihnen, dass BMW weiterhin auf der Überholspur fährt.“

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