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Problem bei der Boeing 787 : Noch mehr Dreamliner müssen am Boden bleiben

  • Aktualisiert am

Das Trent 1000-Triebwerk von Rolls Royce ist an zahlreichen Boeing-Flugzeugen des Modells 787 im Einsatz. Bild: Reuters

Triebwerke aus dem Hause Rolls Royce machen Boeings Dreamliner große Probleme. Zahlreiche Flugzeuge können nicht starten – und es sollen noch mehr werden.

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          Die Boeing 787 bleibt das Sorgenkind des Luftverkehrs. Grund sind die Rolls-Royce-Triebwerke des Dreamliners, die aufgrund von Ermüdungserscheinungen nicht voll einsatzfähig sind. Wie Rolls Royce nun bekannt gegeben hat, rechnet der britische Konzern mit einem drastischen Anstieg der Zahl der Flugzeuge, die aufgrund defekter Trent-1000-Triebwerke am Boden bleiben müssen.

          Das Unternehmen teilte mit, dass die mit solchen Triebwerken ausgestatteten Flieger bis zum 9. Juni Untersuchungen unterzogen werden müssen. Zu den 35 Flugzeugen, die schon jetzt nicht abheben können, sollen mindestens weitere 15 dazukommen, berichtet der amerikanische Nachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Sache vertrauten Person. Knapp 80 Prozent der Package C-Variante der Turbinen, die mit der Boeing 787-9 erstmals zum Einsatz kamen, seien demnach schon nach Haarrissen und Ermüdungserscheinungen an den Turbinenschaufeln untersucht worden. Fast ein Drittel davon hätten die Tests nicht bestanden.

          „Wir sind uns des unakzeptablen Grads an Unannehmlichkeiten für unsere Kunden voll bewusst“, sagte Chris Cholerton, Chef der zivilen Luftfahrtsparte von Rolls Royce in einer Stellungnahme. „Wir rechnen damit, dass die Zahl der betroffenen Flugzeuge kurzfristig mit Blick auf die sich nähernde Frist für die Untersuchungen steigen wird“. Man sei aber zuversichtlich, die zusätzliche Arbeit bewältigen zu können.

          Konzern rechnet nicht mit finanziellen Auswirkungen

          Die Triebwerks-Probleme haben einige Fluglinien dazu gezwungen, die 787 nur noch auf kürzeren Strecke einzusetzen, um ihnen bis zu der von der amerikanischen Bundesluftfahrtbehörde (FAA) gesetzten Frist am 9. Juni mehr Einsatzzeit zu verschaffen. Seit dem Einschreiten der FAA im April hat Rolls Royce verschiedene Maßnahmen eingeleitet, um dreimal so viele Triebwerke gleichzeitig warten zu können, als zuvor. Zusätzlich sollen auch in Singapur, London und im englischen Derby die Kapazitäten ausgeweitet werden. Auch die Wartungszeit wurde verkürzt und die Neugestaltung der defekten Schaufeln beschleunigt.

          Nach Angaben des Unternehmens bringen die zusätzlichen Untersuchungen Rolls Royce nicht in finanzielle Bedrängnis. In zwei Wochen will der Konzern einen Restrukturierungsplan veröffentlichen. Demnach sollen gestiegenen Wartungskosten durch Einsparungen an anderer Stelle gedeckt werden, um das erklärte Ziel von Mittelzuflüssen in Höhe von einer Milliarde Pfund bis 2020 zu erreichen. Analysten sind jedoch skeptisch, ob Rolls Royce die finanzielle Last der intensivierten Wartungen ausgleichen kann.

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