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Rivalen auf dem Automarkt : Mercedes verkauft mehr Autos als Audi

Hatte 2015 einen kleinen Vorsprung vor Audi: Mercedes Bild: dpa

Wettstreit der Nobelmarken: 2015 hat Mercedes mehr Autos verkauft als Audi. Ein Etappensieg. Doch was ist in Amerika los?

          2 Min.

          Bis zum Jahr 2020 soll Mercedes wieder die Nummer eins unter den Nobelmarken der Autowelt sein – das ist das erklärte Ziel von Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche. Im Jahr 2015 ist schon einmal ein Etappensieg errungen worden: Mercedes ist an Audi vorbeigezogen. 1,871 Millionen Autos haben die Stuttgarter verkauft, 1,803 Millionen Verkäufe meldet der Rivale aus Ingolstadt. Indes liegt BMW unangefochten vorne: die Konkurrenz aus München hat die 2-Millionen-Marke schon im November überschritten.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Während Mercedes ein Zuwachs von 13,4 Prozent gelang, kommt Audi nur auf einen Zuwachs von 3,6 Prozent – zeigt sich aber auch damit zufrieden: „2015 hat gezeigt, dass Audi wetterfest aufgestellt ist und wir ein Jahr vielfältiger Herausforderungen sehr erfolgreich meistern konnten“, kommentiert Audi-Chef  Rupert Stadler. Für beide Marken war das Jahr 2015 ein Rekordjahr, wieder einmal. Audi vermeldet seit 72 Monaten ununterbrochen Zuwächse, Mercedes erzielte das fünfte Rekordjahr in Folge. Und beide Unternehmen signalisieren, dass sie an Schwäche gar nicht denken wollen. Daimler-Vorstand Ola Källenius erwartet Impulse vor allem durch die neue, traditionell volumenstarke E-Klasse. Källenius preist die E-Klasse als „intelligenteste Business-Limousine der Welt“ und als einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zum autonomen Fahren. Einen ähnlich bedeutenden Generationswechsel gibt es auch bei Audi: der A 4, das meistverkaufte Audi-Modell, ist seit November in einer neuen Auflage auf dem Markt.

          Wichtig ist der Modellwechsel für Audi in China. Für 60 Prozent des Audi-Absatzes in China sind bis zum Sommer Nachfolge-Modelle geplant, heißt es in Ingolstadt. Damit könnte die aktuelle Schwächephase möglicherweise wieder beendet sein. Im Dezember hat Audi in China ein Absatzminus von 3,8 Prozent verbucht, im Gesamtjahr ein Minus von 1,4 Prozent. Das ist ein deutlicher Kontrast zum Erfolg von Mercedes, wo der Absatz sowohl im Dezember wie auch im Gesamtjahr um fast ein Drittel zulegte. China ist für Mercedes damit erstmals der größte Einzelmarkt vor den Vereinigten Staaten. Allerdings hat Mercedes den chinesischen Markt lange vernachlässigt und erst in jüngerer Zeit aufgeholt. Audi ist mit einem Jahresabsatz von 571.000 Autos in China der weitaus bedeutendere Anbieter als Mercedes mit mittlerweile 373.000 Autos.

          In Amerika sind die Verhältnisse umgekehrt

          Genau umgekehrt sind die Verhältnisse in Amerika. Dort hat zuletzt Mercedes geschwächelt und im Gesamtjahr nur noch 3,8 Prozent Zuwachs für die Vereinigten Staaten erzielt, während Audi zweistellig gewachsen ist und freudig verkündet, der Absatz sei innerhalb von fünf Jahren verdoppelt worden. Allerdings liegt hier Mercedes mit 343.000 Autos weit vor Audi mit 202.000 Autos.    

          Im Heimatmarkt liegen die beiden Hersteller etwa gleichauf. Audi hat hierzulande 270.000 Autos verkauft, 5,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Mercedes liegt mit 273.000 Autos vor Audi, hat allerdings mit 4,7 Prozent die geringere Dynamik, vor allem auch verglichen mit dem zweistelligen Absatzwachstum im Gesamtkonzern.

          Als „Jahr des SUV“ hatte Mercedes das Jahr 2015 bezeichnet, weil beinahe die ganze Palette geländegängiger Fahrzeuge runderneuert wurde und auch einige Neuheiten in diesem Segment auf den Markt kamen. Der Absatz der SUV stieg entsprechend deutlich um fast 27 Prozent auf 526.000 Autos. Audi hat 537.950 SUV verkauft, auch hier sind die Geländewagen mit einem Plus von 6 Prozent überproportional gut verkauft worden. 

          Wie sich die Verkaufserfolge in Umsatz und Ergebnis auswirken, berichtet Daimler am 4. Februar in Stuttgart. Audi hat seine Jahrespressekonferenz auf den 3. März anberaumt.

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