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Japanischer Autobauer : Nissan setzt nicht mehr auf den Diesel

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Nissan plant langfristig nicht mehr mit Diesel-Verkäufen in Europa. Bild: EPA

Seit dem VW-Abgasskandal ist der Diesel in Verruf geraten, der Absatz sinkt in vielen Märkten. Nissan scheint daraus nun Konsequenzen zu ziehen.

          Nissan will seine Diesel-Verkäufe in Europa schrittweise auslaufen lassen. Es werde aber kein abruptes Ende geben, teilte eine Sprecherin des japanischen Auto-Herstellers am Montag mit. Noch gebe es für moderne Diesel-Motoren eine Nachfrage, die bedient werde. Der Boom bei der Elektrifizierung in Europa werde es dem Unternehmen jedoch erlauben, "für bestimmte Autos bei jedem neuen Modell nach und nach den Diesel abzuschaffen". Zum derzeitigen Anteil von Dieselwagen am Gesamtangebot und zu zeitlichen Zielen machte Nissan keine Angaben

          Ein Insider hatte Reuters vergangenen Monat gesagt, dass Nissan Hunderte Arbeitsplätze im größten britischen Werk in Sunderland abbauen will. Die Pläne stünden im Zusammenhang mit der schwächeren Nachfrage nach Diesel-Modellen.

          Parallel zum Rückgang des Diesels will der japanische Autobauer noch stärker in die Elektromobilität investieren. Erst kürzlich erklärte Nissan, bis zum Geschäftsjahr 2022/23 die Zahl der jährlichen Verkäufe elektrifizierter Wagen versechsfachen zu wollen. Das entspricht dann rund einer Million Autos; gemeint sind sowohl reine Elektrofahrzeuge als auch Hybridantriebe.

          Nissans Konkurrent Toyota hatte Anfang März erklärt, den Verkauf von Diesel-Pkw einzustellen. Die Auslaufphase in Europa soll schon Ende dieses Jahres beginnen. Die japanischen Autohersteller reagieren mit dem Verkaufsende auf die Dieselaffäre, die 2015 vom Volkswagen-Konzern ausgelöst worden war. Seitdem geriet die Dieseltechnologie immer stärker in Verruf - auch wegen des gesundheitsschädlichen Stickoxid-Ausstoßes.

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