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Renault-Chef Senard übernimmt : Nissan-Aktionäre werfen Ghosn aus Verwaltungsrat

Carlos Ghosn soll jahrelang ein viel zu niedriges Einkommen bei Nissan deklariert und persönliche Verluste auf den japanischen Autobauer übertragen haben. Bild: dpa

Für den einstigen Nissan-Chef Carlos Ghosn läuft es weiterhin nicht rund: Die Aktionäre des japanischen Autobauers Nissan haben den inhaftierten ehemaligen Konzernchef aus dem Verwaltungsrat geworfen.

          Die Aktionäre des japanischen Autobauers Nissan Motor haben am Montag die letzten Verbindungen zu dem früheren Chef Carlos Ghosn gekappt. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung entließen die Anteilseigner Ghosn als Direktor. Der Franzose war vergangene Woche in Tokio wieder verhaftet worden, nachdem die Staatsanwaltschaft neue Fälle der vermuteten persönlichen Bereicherung untersucht. Die Aktionäre entließen auch die rechte Hand Ghosns, den Amerikaner Greg Kelly, aus dem Verwaltungsrat. Beide sind in Tokio der Unterschlagung von Informationen über Ghosns Einkommen in den Finanzberichten Nissans und der Veruntreuung angeklagt.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Ghosn und Kelly bestreiten die Vorwürfe. Die Anwälte Ghosn wollen am Dienstag ein Video veröffentlichen, in dem Ghosn erklären will, warum er unschuldig sei. Eine von Ghosn geplante Pressekonferenz in dieser Woche wurde nach seiner abermaligen Verhaftung abgesagt.

          Wie erwartet berief die Aktionärsversammlung Jean-Dominique Senard, den Vorsitzenden des Verwaltungsrats von Renault, als Direktor in den Nissan-Verwaltungsrat. Die Stelle des Vorsitzenden, die Ghosn innehatte, bleibt vorerst unbesetzt. Der Verwaltungsrat von Nissan hatte Ghosn schon im November als Vorsitzenden abgesetzt und ihm die Vertretungsbefugnis für das Unternehmen entzogen, nachdem eine interne Untersuchung Nissans Veruntreuung festgestellt hatte.

          Senard bedankte sich bei den Aktionären für das Vertrauen, das sie ihm entgegenbrächten. Die wirtschaftliche Leistung und das Wohlergehen der Menschen bei Nissan hätten für ihn höchste Wichtigkeit, sagte Senard.

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