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Niedrige Rohstoffpreise : Weniger Kupferdiebstahl bei der Bahn

Vor vier Jahren: Bundespolizisten im Einsatz gegen Kupferdiebe. Bild: Wolfgang Eilmes

Die gesunkenen Kupferpreise machen Oberleitungen und Kabel uninteressanter für Diebe. Sie klauen beinahe ein Drittel weniger als noch vor Jahren.

          Der Diebstahl von Oberleitungen, Signalkabeln und sonstigen Kupfergegenständen bei der Bahn, lange ein viel beklagtes Ärgernis mit Auswirkungen auch auf die Reisenden, ist im zu Ende gehenden Jahr deutlich geringer ausgefallen als in früheren Jahren. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung lag die Zahl der Fälle bis zum Ende des dritten Quartals bei etwa 1000 Diebstählen, das soll ein Rückgang um gut 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewesen sein, wie aus Unterlagen der Deutschen Bahn hervorgeht.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Als ein Grund wird der drastisch gesunkene Kupferpreis genannt. Kupfer ist gegenüber Ende 2014 um knapp 25 Prozent billiger geworden, zuletzt kostete eine Tonne 4715 Dollar.

          Klar sei, dass der abnehmende Kupferpreis zu einem geringeren Interesse führe, hieß es bei der Bahn, zugleich schreibt sich das Unternehmen aber auch Erfolge bei der Bekämpfung dieser Kriminalität zu. So habe die Bahn gemeinsam mit der Bundespolizei viel unternommen, um die Zahl der Fälle zu reduzieren. Dazu gehörten häufigere Streifenkontrollen an gefährdeten Stellen. Außerdem sei Material mit sogenannter künstlicher DNA gekennzeichnet worden, einer Flüssigkeit mit Mini-Metallpartikeln, die man mit bloßem Auge nicht sehen könne, die aber unter UV-Licht eine eindeutige Zuordnung erlaube.

          Das erschwere den Verkauf solcher Metalle. Wo es möglich sei, habe die Bahn zudem Metall durch alternative Materialien ersetzt. Außerdem arbeite sie präventiv mit Metallhändlern zusammen. In der Vergangenheit waren oft Verspätungen im Zugverkehr die Folge gewesen, wenn Diebe Oberleitungen oder Signalkabel abgebaut hatten. Für 2014 bezifferte die Bahn die Verspätungen aus diesem Grund auf etwa 146.000 Minuten, rund 9000 Züge seien betroffen gewesen.

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