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Flüchtlinge in der Arbeitswelt : Neues Netzwerk für integrationswillige Unternehmen

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Flüchtlinge beschäftigen: Viele Unternehmen wissen nicht genau, wie sie das angehen sollen. Bild: dpa

Flüchtlinge beschäftigen: Viele Unternehmen wissen gar nicht, wie sie das angehen sollen. Ein neues Netzwerk soll ihnen nun helfen. Bloß wie genau?

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          In einem neuen Zusammenschluss wollen sich Unternehmen bei der Integration von Flüchtlingen gegenseitig helfen. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) stellten am Mittwoch in Berlin das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ vor.

          Über die Internetseite unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de können interessierte Unternehmen viele Informationen dazu recherchieren, wie sie Flüchtlinge in ihrem Betrieb beschäftigen dürfen. Wer darf wann welches Praktikum machen? Wie sind die Regelungen zum Thema Arbeitserlaubnis? Solche und ähnliche Fragen werden dort behandelt. Das Netzwerk will aber nicht nur informieren, sondern seinen Mitgliedern auch zum Erfahrungsaustausch zur Verfügung stehen etwa zu Rechtsfragen oder praktische Erfahrungen.

          Lob vom Wirtschaftsminister

          Arbeit sei der wichtigste Faktor für die Integration, sagte Gabriel. Er lobte das Engagement der Unternehmen, die Praktika, Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Flüchtlinge anbieten wollen. Das Wirtschaftministerium fördert das Netzwerk mit 2,8 Millionen Euro.

          Der Zusammenschluss wurde von Schweitzer initiiert und hat mehr als 300 Gründungsunternehmen, unter ihnen Konzerne wie die Bahn AG und RWE, aber auch kleine Handwerksbetriebe. An Offenheit und Bereitschaft der Unternehmen, Flüchtlinge zu beschäftigen, mangele es nicht, sagte Schweitzer. Aber es fehle an Wissen und Erfahrungen, „wie man Integration praktisch und erfolgreich anpackt“. Hier werde das Netzwerk ansetzen. Es ergänze andere Initiativen der Wirtschaft zur Integration geflüchteter Menschen. Dazu zählt die Plattform „Wir zusammen“, in der Unternehmen ihre Projekte zur Flüchtlingshilfe vorstellen und für Toleranz werben.

          Nach drei Monaten ist Arbeit möglich

          Asylbewerber können nach drei Monaten eine Arbeit aufnehmen, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. Die Arbeitsagenturen müssen aber prüfen, ob nicht ein Bewerber aus Deutschland oder der EU für die Stelle in Frage kommt.

          Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg erhielten im vergangenen Jahr rund 29.100 Asylbewerber und rund 6200 Personen mit einer Duldung eine Arbeitserlaubnis. Das waren knapp viermal so viele wie im Jahr 2014, wo 7.300 Asylbewerber und knapp 2.000 Geduldete eine Arbeit aufnehmen durften. Die Zahlen stammen aus einer Sonderauswertung der Behörde zu Asylbewerbern für die Jahre 2014 und 2015.

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