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Lockangebot im Zugverkehr : Die Deutsche Bahn geht auf Schmusekurs

Fürstlicher Blick auf die vollen Bahnsteige: Die Premier-Lounge im Frankfurter Hauptbahnhof. Bild: Wonge Bergmann

Ein neues Angebot soll Geschäftskunden anlocken: Für die nächsten zwei Monate wird die Bahncard 25 für sie günstiger. Aber das heißt nicht, dass es auch bequemer wird.

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          Die Deutsche Bahn möchte mehr Geschäftskunden an sich binden und reduziert den Preis für eine Bahncard Business der ersten Klasse vorübergehend auf 49,90 Euro statt bisher 134 Euro. Das Angebot gilt bis zum 10. Dezember, sagte Stefanie Berk, Marketing-Vorständin der DB Fernverkehr, am Montag in Berlin. Vom Zeitpunkt des Kaufs gilt die Bahncard ein Jahr und verbilligt Reisen im Fernverkehr um 25 Prozent sowohl in der ersten als auch in der zweiten Klasse.

          Corinna Budras
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Derzeit gibt es 150 000 Bahn-Business-Kunden. Dahinter verbergen sich Mitarbeiter von rund 35 000 Unternehmen, die an dem Geschäftskundenprogramm teilnehmen. Bei rund 45 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland ist nach Ansicht der Bahn in diesem Bereich noch Luft nach oben. Wesentlich häufiger kaufen die Nutzer ihre Bahncard selbst: Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland haben eine solche Rabattkarte, mit der sich die Kosten der Fahrscheine um 25, 50 oder gar 100 Prozent reduzieren.

          Teure Tickets, verspätete Züge

          Das Angebot mit dem launigen Titel „Betriebsklima Bahncard“ als Hinweis auf das besonders umweltfreundliche Image des Zugverkehrs kommt nur eine Woche, nachdem der Konzern angekündigt hat, seine Preise im Fernverkehr zum neuen Fahrplan Anfang Dezember um rund 5 Prozent zu erhöhen. Die zugunabhängigen „Flex-Tarife“, bei Geschäftskunden besonders beliebt, wird der Staatskonzern sogar im Schnitt um 6,9 Prozent erhöhen – und das in einer Phase, in der verspätete Züge die Nerven der Kunden besonders häufig strapazieren.

          Im Sommer schaffte es die Bahn im Fernverkehr nicht einmal in 60 Prozent der Fälle pünktlich ans Ziel zu kommen. In solch einem Umfeld hat die Bahn die Ticketpreise angehoben. Grund dafür sind die krassen Kostensteigerungen vor allem beim Strom, die die Bahn als besonders energieintensives Unternehmen in Deutschland stark belasten. Mit den Steigerungen liege man jedoch noch deutlich unter der aktuellen Inflationsrate, wie das Unternehmen vergangene Woche betonte.

          Herbe Rückgänge in der Corona-Pandemie

          Das neue Angebot kann also nun als Versuch gewertet werden, über eine billigere Bahncard wieder Boden gut zu machen. Während der Corona-Pandemie hatte die Bahn mit herben Fahrgastrückgängen zu kämpfen. Das Homeoffice und die Angst vor Ansteckungen hielten viele Menschen von Bahnfahrten ab. Viele rechneten damals damit, dass Unternehmen die Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter dauerhaft reduzieren.

          Gründe dafür gibt es mehrere: Der Wunsch, Zeit und Kosten zu sparen gehört ebenso dazu, wie das Ziel, weniger klimaschädliche Treibhausgase auszustoßen. Die Bahn rühmt sich allerdings, eine „unschlagbare CO2-Bilanz“ vorweisen zu können. So liege der Ausstoß im Geschäftskundenprogramm bei 0 Kilogramm, weil die Züge im innerdeutschen Nah- und Fernverkehr ausschließlich Ökostrom nutzten.

          Bahn-Managerin Berk kann den Trend der nachlassenden Geschäftsreisen für die Schiene nicht bestätigen. Sowohl im Frühling als auch jetzt im Herbst hätten die Geschäftsreisen wieder deutlich zugenommen. Bis zum Ende des Jahres erwartet die Bahn, wieder bei rund 90 Prozent des Vor-Corona-Niveaus anzukommen. Besonders beliebt seien die Verbindungen von und zur Hauptstadt: Berlin-München gehörten ebenso dazu wie Berlin-Köln/Bonn.

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