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F.A.Z. exklusiv : Neue Züge nach Amsterdam kommen – aber erst 2023

Intercitys wie dieser fahren derzeit zwischen Amsterdam und Berlin. Bild: Maximilian von Lachner

Berlin-Amsterdam in vier Stunden? Das wünschen sich die Niederländer. Die Deutsche Bahn setzt auf neue Fahrzeuge und will zumindest auf rund sechs Stunden kommen. In fünf Jahren.

          Mal eben im Zug nach Amsterdam: Das geht vom Westen Deutschlands seit jeher prima und seit dem Bau der ICE-Schnellstrecke auch von Frankfurt aus immerhin in nur vier Stunden. Jedenfalls laut Fahrplan; in der Praxis fährt der Zug viel zu oft einen Umweg, verspätet sich oder geht auf dem Weg kaputt. Dennoch: Fliegen ergibt nur noch selten Sinn.

          Klaus Max  Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Abgehängt von den Niederlanden bleibt die deutsche Hauptstadt. Sie ist knapp sechseinhalb Bahnstunden mit dem durchgehenden Intercity von Amsterdam entfernt. Die niederländische Staatsbahn NS aber will internationale Metropolen schneller ansteuern. Und so will NS-Chef Roger van Boxtel, unterstützt vom Schienennetzbetreiber Prorail, die Reise nach Berlin auf vier Stunden verkürzen. Am Montag bestieg er mit einer Delegation einen der Morgen-ICs nach Berlin, um auf der Bahnmesse Innotrans für das Projekt zu werben – verabschiedet auf dem Bahnsteig von der Staatssekretärin des Verkehrsministeriums.

          Um das Ziel zu erreichen, sollen die ICs nach dem Willen der NS an weniger Orten halten und der Wechsel der Lokomotive an der Grenze entfallen. Um einen ersten Schritt zu tun, fuhr van Boxtels Zug ausnahmsweise in den Niederlanden durch. In Deutschland indes hielt er wie gewohnt. Das habe man anders nicht geschafft, heißt es von der NS.

          Investition in dreistelliger Millionenhöhe

          Ob sie dann wohl für den Regelverkehr die Zwischenstopps mit der Deutschen Bahn und der Politik weg verhandelt bekäme? Die Deutsche Bahn jedenfalls kippte auf F.A.Z.-Anfrage Wasser in den Wein: Sie plant von 2023 an, neue Fahrzeuge in ICE-Qualität einzusetzen, womit 20 bis 30 Minuten weniger Reisezeit einhergingen. Früher gehe es nicht – unter anderem wegen des europäischen Vergabeverfahrens und der Lieferfristen.

          Vorgesehen sind Fahrzeuge, die über die Grenze hinweg fahren können. „Die Deutsche Bahn plant für diese Verkehre eine Investition in dreistelliger Millionenhöhe“, sagte eine Sprecherin der F.A.Z.

          Mit der Non-stop-Fahrt durch die Niederlande sollte der Testzug mit van Boxtel an Bord eigentlich eine halbe Stunde sparen. Der Effekt verpuffte zur Hälfte, wegen Verzögerungen auf deutscher Seite, wie ein NS-Sprecher sagte: Der Zug sei 13 Minuten später angekommen als geplant.

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