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Neue Anleihe : TUI braucht noch mehr Geld

TUI-Plakat im Schaufenster eines Reisebüros in Hannover Bild: dpa

Erst schoss der Steuerzahler Milliarden zu, jetzt soll vom Finanzmarkt frisches Geld kommen: TUI bleibt tief in der Krise. Der Aktienkurs reagiert prompt.

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          Die anhaltenden Reisebeschränkungen in der Corona-Krise setzen den Reisekonzern TUI immer stärker unter Druck. Das Unternehmen will sich nach seiner Rettung mit unter anderem staatlichen Milliardenhilfen deshalb noch mehr Geld von Anlegern besorgen. Wie TUI am Freitag in Hannover mitteilte, will der Reisekonzern bei Investoren eine Wandelanleihe im Umfang von rund 350 Millionen Euro plazieren. Dabei soll es die Option einer Aufstockung auf 400 Millionen Euro geben, hieß es in der Mitteilung.

          Carsten Germis
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          An der Börse kamen die Nachrichten schlecht an: Der Kurs der TUI-Aktie sackte zwischenzeitlich im Laufe des Tages um mehr als 7 Prozent ab. Der Einbruch der Reisenachfrage in der Corona-Pandemie hatte den Konzern im letzten Jahr in Existenznot gebracht. Der Staat und private Kapitalgeber retteten den Konzern mit Finanzspritzen. Vor einer zusätzlichen Kapitalerhöhung um 500 Millionen Euro im Januar 2021 summierte sich die Unterstützung aus drei Rettungspaketen mit Darlehen, Garantien, Anleihen und Vermögenseinlagen bereits auf 4,8 Milliarden Euro. Im Gegenzug darf der Bund bis zu ein Viertel der TUI-Anteile übernehmen.

          Nach Angaben von TUI wollen Vorstand und Aufsichtsrat mit der Wandelanleihe die Liquidität des Konzerns erhöhen, weil die Corona-Krise mit internationalen Reisebeschränkungen weiter anhält. TUI beabsichtige, den Erlös „zur weiteren Verbesserung der Liquiditätsposition“ in der anhaltenden Krise sowie anschließend zur Rückzahlung anderer Verbindlichkeiten einzusetzen. Ein Sprecher betonte auf Nachfrage, die Finanzierung für die kommenden Monate sei gesichert. Das frische Geld solle unter anderem auch dafür verwendet werden, bestehende Kredite abzulösen.

          TUI

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          Für den Reisekonzern ist ein baldiges Ende der Reiseeinschränkungen überlebenswichtig. Erst vor wenigen Wochen hatte TUI-Vorstandschef Friedrich Joussen sich auf der Hauptversammlung für den Fall zuversichtlich gezeigt und gesagt, „wenn Lockerungen zum Teil schon im April und – vielleicht noch wichtiger – glaubhaft für den Sommer gelten, dann werden wir noch in diesem Jahr ein gutes Sommergeschäft im Tourismus sehen“. TUI rechnet dann mit bis zu 2 Milliarden Euro, die dem Unternehmen an liquiden Mitteln zufließen.

          Die Wandelanleihe soll bis 16. April 2028 laufen und zu einer Prämie zwischen 25 und 30 Prozent in neue Aktien des TUI-Konzerns gewandelt werden können. Die Verzinsung soll bei 4,5 bis 5 Prozent liegen.

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