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F.A.Z. exklusiv : Eklat um Investor Hastor nach Alno-Insolvenz

Beklagt wird der „Rambo-Stil“ des Hauptgesellschafters

Aus dem Fachhandel und von großen Möbelhäusern ist zu hören, dass sie Alno-Küchen künftig nicht mehr im Sortiment führen wollen, wenn der Hastor-Clan weiter beteiligt ist. Beklagt wird der „Rambo-Stil“ des Hauptgesellschafters. Die neuen Manager im Konzern von Prevent, die ihre Anweisungen wöchentlich nach strengem Regiment direkt aus dem Hastor-Hauptquartier in Wolfsburg erhielten, seien zudem inkompetent. Jedoch hat der Küchenhersteller schon in den Jahren zuvor schlecht ausgesehen und den Küchenboom nicht für sich nutzen können. Der Vertrauensverlust in der mittelständisch geprägten Branche aber ist offenbar groß. Nach F.A.Z.-Informationen aus Kundenkreisen liefert das Unternehmen seit Monaten überwiegend Küchen mit fehlenden Teilen aus. Die Abnehmer behalten Geld ein, der Küchenhersteller muss ständig nachbessern. Auf Anfrage bestätigt Alno, dass parallel zur Neuproduktion eine Komplettierung schon gelieferter und noch in der Auslieferung befindlicher Küchen stattfinde. Zur Höhe der Regressforderungen gebe man keine Auskunft. Alle anderen Vorwürfe werden auf Anfrage ebenfalls bestritten. Auch dass Tahoe versucht haben soll, mit der Androhung der dann erfolgten Insolvenz Druck auf Gläubiger auszuüben, um für weitere Kontrolle an ihre Forderungen zu kommen, wird verneint.

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Hier kommt die Gegenspielerin von Prevent ins Spiel, Ipek Demirtas, bis zu ihrem Abgang im Dezember Finanzchefin des Alno-Konzerns. Vorstandschef Max Müller, der für die Vermittlung an Hastor noch ein Honorar von 850.000 Euro bekommen haben soll, wurde im Mai herausgedrängt. Sein Nachfolger ist Christian Brenner. Den Aufsichtsrat führt Christian Becker. Beide gehören zur Hastor-Connection. Im neun Mitglieder starken Kontrollgremium sitzen vier weitere Prevent-Manager. Ursprünglich hatten Müller und Demirtas Tahoe nicht als bestimmenden Aktionär vorgesehen, sondern wollten laut eines von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht genehmigten Börsenprospekts mit einer Kapitalerhöhung Schulden in Eigenkapital umwandeln und so den Konzern sanieren. Die Hastors sollten Aktien im Wert von 35 Millionen Euro erhalten. Dann entbrannte der Machtkampf.

Die im März 2017 gegründete und in Liechtenstein ansässige Treuhandgesellschaft First Epa AG, an der Demirtas mit 33 Prozent beteiligt ist, ist größter Gläubiger der Alno-Tochter Pino. Die Gesellschaft kaufte in den vergangenen Monaten gezielt Forderungen auf – auch von Bauknecht. Demirtas hält über die First Epa angeblich Schuldscheine in Höhe von rund 50 Millionen Euro. Die ehemalige Alno-Managerin will die Kontrolle zurückbekommen. Von der First Epa heißt es, man sei von Tahoe aufgefordert worden, die Forderungen zum Preis von 1 Euro mit Besserungsschein abzutreten. Alno behauptet, die Insolvenz der Tochtergesellschaft Pino liege an der geplatzten Einigung mit der First Epa. Für die Konzerngruppe solle ein „fairer“ Verkaufsprozess vorbereitet werden.

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