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F.A.Z. exklusiv : Nespresso testet Bestellautomaten

  • -Aktualisiert am

Beliebte Kaffeekapseln Bild: dpa

An Nestlés Kaffeekapseln kommen Kunden bisher nur übers Internet oder in wenigen Läden. Das wird sich ändern, sagt der Deutschlandchef im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          2 Min.

          Kunden, die die bunten Originalkaffeekapseln für ihre Nespresso-Kaffeemaschine kaufen wollen, haben hierzulande bisher die Wahl zwischen Internet, Callcenter oder den inzwischen 22 quer über Deutschland verteilten eigenen Läden der Nestlé-Tochtergesellschaft. Künftig gibt es eine neue Variante in der Distribution, nämlich den sogenannten N-Point.

          „Wir wollen den Kunden eine weitere Möglichkeit bieten, ihren Kaffee einfach und schnell besorgen zu können“, sagt Niels Kuijer, Geschäftsführer von Nespresso Deutschland, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Getestet wurde das speziell für Deutschland entwickelte Pilotprojekt N-Point (N steht für Nespresso) seit dem vergangenen Oktober in dem Bonner Haus des Warenhausunternehmens Galeria Kaufhof und in einer Filiale der Konsumelektronikkette Media-Saturn in Münster. An einem speziellen, einem Bankautomaten ähnelnden Verkaufsterminal können Kunden dort ihre bevorzugten Kaffeevarianten über einen Touchscreen auswählen und per Bankkarte bezahlen. Entgegengenommen wird die fertig in der Tüte verstaute Ware dann an einer nahe dem Bestellautomaten gelegenen Abholstelle im Geschäft.

          Niels Kuijer, Geschäftsführer von Nespresso Deutschland.

          Die Resonanz sowohl seitens der Kunden als auch der beiden Partnerunternehmen sei so positiv, dass das von der deutschen Tochtergesellschaft entwickelte Vertriebskonzept nun weiter ausgerollt werde, kündigt Kuijer an. „Wir wollen bis Ende August 20 bis 40 solcher Nespresso-Points einrichten.“ Wichtig ist für ihn, dass die Geräte in der Filiale gut sichtbar aufgestellt sind und dass Kunden dort bequem einkaufen können. Ob das Unternehmen später mit diesem Modell auch mit weiteren Partnern aus dem Einzelhandel kooperieren wird, ist nach seinen Worten noch offen.

          Aus Sicht Kuijers sind die neuen stationären Verkaufspunkte Teil einer Mehrkanalstrategie, die darauf abzielt, Konsumenten überall dort zu bedienen, wo sie es gerade wünschen. „Jeder Kunde hat andere Bedürfnisse. Einige bestellen gern bequem im Netz oder über die Hotline, andere wollen lieber die Beratung oder das Einkaufserlebnis im Geschäft“, meint er. Bei dem neuen N-Point soll es um die schnelle Grundversorgung mit den Kapseln gehen, etwa dann, wenn soeben eine neue Kaffeemaschine im Geschäft des Handelspartners erworben wurde.

          Im Rahmen seiner Expansionsstrategie setzt das Unternehmen zudem auf die Eröffnung weiterer stationärer Geschäfte, wobei neben großen Flagship-Stores wie beispielsweise auf der Düsseldorfer Königsallee inzwischen auch kleinere Boutique-Formate in mittelgroßen Städten betrieben werden. Ein anderes Projekt ist ein im vergangenen Jahr an der Außenfront der Kaufhof-Filiale am Münchener Stachus installierter Verkaufspunkt mit dem Namen N-Cube, wo rund um die Uhr eingekauft werden kann. Dort bedient ein Robotersystem, bezahlt wird ebenfalls mit der Bankkarte. „Wir legen großen Wert auf Innovationen“, sagt Kuijer.

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          Erst jüngst wurde bekannt, dass der Kaffeeriese Jacobs Douwe Egberts (JDE) als erster Wettbewerber Nespresso-kompatible Aluminiumkapseln in den Lebensmitteleinzelhandel einführt und damit ein weiteres preisgünstigeres Nachahmerprodukt auf den umkämpften Markt kommt. Kuijer schätzt, dass es allein in Deutschland mehr als 30 Wettbewerber gibt, die Kaffeekapseln anbieten. „Jeder möchte ein Stück von dem Kuchen“, meint er mit Blick auf den nach wie vor wachsenden Markt für portionierten Kaffee.

          Dass die Nestlé-Tochter ihre vergleichsweise hochpreisigen Kaffeekapseln im Gegenzug selbst über Supermarktketten oder Discounter vertreiben und in den Regalen gegen die diversen Alternativanbieter antreten könnte, schließt er indes kategorisch aus. Als Marktführer und Pionier, der das Kapselsystem schon vor rund 30 Jahren auf den Markt gebracht habe, positioniere man sich ganz bewusst im Premiumsegment.

          Überdies basiere das Geschäftsmodell auf dem Dreiklang von Maschine, Kaffee und Service, sagt er. Zahlen für das Deutschland-Geschäft nennt Kuijer nicht. Von den 64 Ländern, in denen die in Lausanne ansässige Gesellschaft tätig ist, gehört Deutschland in der Rangliste aber zu den führenden fünf, wie er sagt.

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