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Neue Studie : Nur 90 Firmen verursachen wesentlich den Klimawandel

  • Aktualisiert am

Rauchende Türme in einem Kohlekraftwerk in Polen. Bild: REUTERS

Spektakuläre Zahlen: Zwei Drittel der durch Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen seit der industriellen Revolution gehen auf das Konto von nur 90 Unternehmen, hat ein Forscher errechnet.

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          Der durch Menschen verursachte Klimawandel, der Thema der Weltklima-Konferenz in Polen ist, geht womöglich überwiegend auf das Konto von nur 90 Unternehmen. Sie stünden für zwei Drittel aller Treibhausgas-Emissionen seit der Industriellen Revolution, schreibt die britische Zeitung „Guardian“. Das Blatt bezieht sich auf eine noch unveröffentlichte Analyse, die von Fachjournal „Climatic Change“ aber schon zur Veröffentlichung angenommen worden sei.

          Zu den Unternehmen zählten weltbekannte Ölkonzerne wie beispielsweise Exxon Mobil, Chevron und BP und staatliche Produzenten wie etwa die saudiarabische Saudi Aramco, Russlands Gazprom oder die norwegische Statoil. Die allermeisten der in der Liste stehenden Firmen fördern und produzieren entweder Öl, Erdgas oder Kohle.

          „Es gibt Tausende Öl-, Gas- und Kohleproduzenten auf der Welt“, wird der im amerikanischen Bundesstaat Colorado arbeitende Klimaforscher und Studienautor Richard Heede zitiert: „Aber die Entscheider, die Firmenchefs oder die Öl-Minister (...) hätten Platz in nur ein oder zwei Greyhound-Bussen“.

          Riesen-Emittent Sowjetunion

          Der ehemalige amerikanische Vizepräsident Al Gore, der einer der führenden Warner vor den Folgen des Klimawandels auf der ganzen Welt ist, nannte die Analyse Heedes „einen wichtigen Schritt nach vorne“. Gegenüber dem Guardian sagte Gore, die Studie zeige auch, dass es nicht reicht, wenn sich nur die Staaten zusammensetzen und Klimaziele vereinbaren. „Der öffentliche und der private Sektor müssen tun, was notwendig ist, um die globale Erwärmung zu stoppen“, sagte er. Und weiter: „Diejenigen, die historisch verantwortlich sind für die Verschmutzung unserer Atmosphäre, haben die Pflicht, sich an einer Lösung dieses Problems zu beteiligen.“

          In der Studie werden die industriellen Kohlendioxid- und Methan-Emissionen für die Zeit zwischen den Jahren 1751 und 2010 hochgerechnet: Heede kommt dabei angeblich auf kumulierte CO2-Emissionen in Höhe von 914 Gigatonnen.

          Klimaexperten, die mit Heedes Forschung vertraut sein sollen, erhoffen sich von der Studie nichts weniger, als dass sie dabei hilft, die Streitereien zwischen den Ländern um Klimaziele und -vorgaben zu durchbrechen. „Es gibt eine Menge Länder, die über die betrachtete Zeitspanne wesentliche Emissions-Mengen erzeugt haben und über die wir normalerweise nicht sprechen“, äußerte die Harvard-Professorin Naomi Oreskes. Sie nannte dabei Mexiko, Venezuela und auch das Konferenz-Gastgeberland Polen. Als einzelne Einheit, ermittelte wiederum Heede, hätte niemand einen so großen Anteil an den Treibhausgasen wie Öl- und Kohleunternehmen in der ehemaligen Sowjetunion.

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