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Bankenkrise : Commerzbank streicht 9.600 Stellen

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Die „Commerzbank 4.0“ soll kleiner sein und profitabler. Bild: Lukas Kreibig

Die Commerzbank stellt ihre neue Strategie vor. Dazu gehört ein umfangreicher Stellenabbau. In Wachstumsfeldern sollen aber auch neue Arbeitsplätze entstehen. Und die Dividende entfällt vorerst.

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          Nun ist es offiziell: Die Führung der Commerzbank hat angekündigt, 9600 Stellen abbauen zu wollen, um die Bank fit für die Zukunft zu machen. Das geht aus einer Mitteilung des Geldhauses hervor.

          Der Aktienkurs brach nach einem positiven Tagesstart daraufhin für wenige Minuten ein, mittlerweile liegt er etwa ein Prozent unter dem Vortagesschluss; der Dax insgesamt gewinnt gegen 12.10 Uhr 0,8 Prozent.

          Aktienkurs Commezbank

          COMMERZBANK AG

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          „Die Commerzbank wird bis Ende 2020 ihre Profitabilität nachhaltig erhöhen“, heißt es in der Mitteilung der Bank. Im Rahmen der Strategie „Commerzbank 4.0“ wolle sich die zweitgrößte deutsche Bank auf das Kerngeschäft konzentrieren, 80 Prozent ihrer „relevanten Prozesse“ digitalisieren und dadurch entsprechende bedeutende Einsparungen erzielen.

          2300 neue Stellen entstehen auch

          Mit der Mitteilung reagiert die Bank auf Berichte, in denen seit Tagen der Stellenabbau angekündigt wird – zuerst berichtete Ende vergangener Woche die F.A.Z. über einen Abbau von 10.000 Stellen. Am Mittwoch sollen Details der neuen Strategie bereits versehentlich im Mitarbeiter-Portal der Bank zu lesen gewesen sein – sie seien aber schnell wieder von der Seite genommen worden.

          Künftig werde die Commerzbank in die beiden Bereiche „Privat- und Unternehmerkunden“ und „Firmenkunden“ einteilen, steht nun in der offiziellen Verlautbarung. Die Mittelstandsbank und der Bereich „Corporates & Markets“ sollen zusammengelegt und das Handelsgeschäft im Investmentbanking verkleinert werden. „Dadurch werden Ergebnisvolatilität und Risiken aus regulatorischen Änderungen verringert sowie Kapital freigesetzt und in das Kerngeschäft mit Kunden investiert.“

          Die Commerzbank-Führung teilte dabei außerdem mit, dass durch die mit der neuen Strategie verbundene Überprüfung bestimmter Bilanzwerte (Goodwills) das Konzernergebnis im dritten Quartal negativ sein werde. Aber: „Für das Gesamtjahr 2016 erwartet die Commerzbank trotz der Abschreibungen auf Goodwill ein leicht positives Konzernergebnis.“

          Was den Stellenabbau anbelangt, wird die Commerzbank aber nicht nur Mitarbeiter entlassen, sondern auch viele neue Kollegen einstellen. Rund 2300 neue Stellen sollen in Wachstumsbereichen der Bank entstehen – „damit beläuft sich der Netto-Stellenabbau auf rund 7300 Vollzeitkräfte“.

          Um den Konzernumbau zu bezahlen, werde die Commerzbank außerdem vorerst keine Dividende mehr zahlen. Auch dieser Schritt war im Vorfeld bereits erwartetet worden. Entscheiden muss darüber nun noch der Aufsichtsrat der Bank, dem der Vorstand diese Strategie vorlegen wird.

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