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Porsche : Neue Generation im Aufsichtsrat

Gleich drei neue Mitglieder der Porsche-Familie sollen neu in den Aufsichtsrat der Porsche SE einziehen. Bild: dpa

Im Aufsichtsrat des Stuttgarter Autobauers vollzieht sich ein Generationswechsel. Die Ära Ferdinand Piëch bei Porsche ist damit zu Ende. Doch man setzt weiter auf Familienbande.

          Seinen letzten Auftritt in einer breiten Öffentlichkeit hatte der 80 Jahre alte Patriarch Ferdinand Piëch vorigen Mai, als er sich von der Hauptversammlung in Stuttgart noch einmal in den Aufsichtsrat der Porsche SE wählen ließ. Wenn dann der Verkauf seiner Anteile an seinen Bruder Hans Michel Piëch vollzogen sein würde, wollte er diesen letzten Posten abgeben. Das war am 8. Dezember der Fall, und niemandem fiel es groß auf.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Jetzt aber vollziehen die Familien Porsche und Piëch im Aufsichtsrat der Porsche SE, die als Hauptaktionärin der Volkswagen AG fungiert, tatsächlich einen Generationswechsel. Auch der 77 Jahre alte Hans-Peter Porsche wird sein Aufsichtsratsmandat mit der kommenden Hauptversammlung niederlegen. Und gleich drei Familienmitglieder der nächsten Generation sollen neu in das Aufsichtsgremium einziehen. Bisher ist der 57 Jahre alte Jurist Oliver Porsche der einzige Vertreter dieser Generation im Aufsichtsrat. Wie aus einer Mitteilung der Porsche SE hervorgeht, sind nun folgende Kandidaten zusätzlich vorgeschlagen: der 57 Jahre Josef Michael Ahorner, Gründer und Aufsichtsratschef der Marketing-Plattform emarsys AG in Wien, der 47 Jahre alte Stefan Piëch, Alleinvorstand und Aktionär des börsennotierten Medienunternehmens Your Family Entertainment AG in München, sowie Peter Daniell Porsche, Eigentümer der Beteiligungsgesellschaft PDP Holding GmbH in Salzburg. Überraschend sind diese Namen nicht, heißt es in Stuttgart. Das Interesse dieser Familienmitglieder habe sich schon länger abgezeichnet.

          Indem das Gremium von sechs auf zehn Mitglieder erweitert wird, kann die Porsche SE gleichzeitig weitere externe Aufsichtsräte bestimmen. Als familienfremdes Mitglied ist schon seit 2007 der frühere Henkel-Chef Ulrich Lehner, 71, im Porsche-Aufsichtsrat. Jetzt kommt der 65 Jahre alte Günther Horvath dazu, der bisher Partner der Antwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer LLP mit Sitz im Büro Wien war. Der Wirtschaftsanwalt mit umfangreicher Expertise im Bereich Mergers & Akquisitions ist seit langen Jahren Berater der Familie Porsche. Vorgeschlagen wird zudem die Wahl des 60 Jahre alten Siegfried Wolf. Der Ingenieur war bis zum Jahr 2010 Vorstandschef des Autozulieferers und Auftragsfertigers Magna und ist heute Verwaltungsratschef der Russian Machines Corp. in Moskau. Er dürfte wegen seiner Kontakte in die Autoindustrie für die Porsche SE interessant sein. Unter anderem ist er im Aufsichtsrat von Continental. Als weiteres externes Mitglied wird die 45 Jahre alte Marianne Heiß zur Wahl stehen. Sie ist Finanzvorstand der BBDO Group Germany GmbH in Düsseldorf. Die gebürtige Österreicherin, die in dem Werbekonzern Karriere gemacht hat, ist vor wenigen Wochen auf dem Wege der gerichtlichen Bestellung auch in den Aufsichtsrat der Volkswagen AG eingezogen.

          Wie die Porsche SE gleichzeitig mitteilte, wird der Hauptversammlung am 15. Mai vorgeschlagen, eine Dividende von 1,76 Euro je Vorzugsaktie zu zahlen, das sind 75 Cent mehr als im Vorjahr. Die stimmberechtigten Stammaktien, die komplett im Besitz der Familien Porsche und Piëch sind, sollen minimal weniger bekommen, nämlich 1,754 Euro je Aktie. Insgesamt schüttet Porsche damit 538 Millionen Euro aus, nach 308 Millionen Euro im Vorjahr.

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