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Netzausbau und Kabelkonkurrenz : 2009 wird für Telekomfirmen zum Schicksalsjahr

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Kabelnetzbetreiber sorgen für Hektik bei klassischen Telekomfirmen

Die Hektik, mit der die klassischen Telekommunikationsunternehmen auf einmal an dem Ausbau der alternativen Netzstrukturen arbeiten, hat einen guten Grund: Es ist den Kabelnetzbetreibern im Jahr 2008 zum ersten Mal gelungen, eine erhebliche Zahl von Kunden für ihre integrierten Angebote aus Fernsehen, Telefon und Internet zu begeistern. Sie treten mit Preisen unter dem bisherigen Marktniveau an und bauen ihre Netze in immer mehr Gegenden so aus, dass sie dort entsprechende Angebote vorweisen können. Sie bieten zudem schon heute deutlich mehr Bandbreite als die Telefonanbieter, ohne dabei ihre technischen Möglichkeiten vollständig auszureizen. Das bedeutet: Den Telefongesellschaften erwächst mit den Kabelnetzbetreibern jetzt ein Wettbewerber, der ihnen mit einem eigenen Netz Konkurrenz machen kann. Die Netze der Kabelgesellschaften reichen zudem bis in den Haushalt hinein. Sie kennen das Problem der letzten Meile nicht.

Schon jetzt versuchen die Telekommunikationsunternehmen sich auch mit immer höheren Bandbreiten gegen diese Konkurrenz zur Wehr zu setzen. Die Netzstruktur im heutigen Telefonnetz ist aber weitgehend ausgereizt. Das banale Ergebnis der Analyse lautet: Die letzte Meile ist zu lang. Derzeit beginnt die Kupferdoppelader ihren manchmal kilometerlangen Weg in den Haushalt im Hauptverteiler (HVT) der Telekom. Dort schalten auch die Wettbewerber ihre Netze mit dem des ehemaligen Monopolisten zusammen. Vor dort aus sind - wenn es gut läuft - die Standardgeschwindigkeiten von bis zu 16 Megabit möglich. Danach ist Schluss.

Die schnelle Glasfaser muss näher an den Haushalt heran

Für höhere Geschwindigkeiten muss die Glasfaser, die bisher im HVT endet, näher an den Haushalt heran. Für VDSL hat die Telekom entsprechend in gut 50 Städten die Glasfaserleitung bis zum Kabelverzweiger (KVZ), der letzten Schaltstelle vor dem Kundenanschluss, verlängert. Von dort aus sind es meist nur noch wenige hundert Meter Kupferader bis zum Haushalt. Rund 300.000 solcher KVZ-Kästen gibt es in Deutschland. Zum Vergleich: Die Zahl der HVT liegt bei rund 8000. Wollen die Telekommunikationsunternehmen also mit den Möglichkeiten der Kabelnetzbetreiber mithalten, müssen sie aufrüsten und investieren.

Entsprechend gilt: Deutschland braucht ein neues Telefonnetz. Das aber ist eine zu große Aufgabe für ein einziges Unternehmen. Dies gilt in zwei Dimensionen. Auf der einen Seite würde es zu lange dauern, den Ausbau einem einzigen Unternehmen zu überlassen. Auf der anderen Seite sind die dafür erforderlichen Investitionen von mindestens 40 Milliarden Euro selbst für die Deutsche Telekom ein zu schwerer Brocken. Dies gilt im Besonderen zu einem Zeitpunkt, an dem der Zugang zum Kapitalmarkt für alle Unternehmen schwierig ist und zudem hohe Risikoaufschläge für Fremdkapital gezahlt werden müssen.

Deshalb ist der umfassende Ausbau des bestehenden Telefonnetzes nach Ansicht von Fachleuten nur in einer Kooperation zwischen allen Wettbewerbern sinnvoll, die die neue Struktur dann gemeinsam nutzen. Die Unternehmen, die sich daran beteiligen wollen, müssen dies nach Ansicht der Beobachter schnell entscheiden, da die Kooperationen für einen gemeinsamen Aufbau jetzt geschmiedet werden - und mit ihnen die Geschäftsmodelle, die das künftige Zusammenspiel zwischen den Partnern regeln. Die Weichen werden jetzt gestellt, und es gilt für alle Marktteilnehmer, das richtige Gleis zu erwischen.

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