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Kaffee-Konzern : Nestlé kauft für 7 Milliarden Dollar Teile von Starbucks

Nestlé übernimmt von Starbucks das Handelsgeschäft Bild: Reuters

Eine weltumspannende Kaffee-Allianz entsteht: Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé verleibt sich die Handelsmarke Starbucks ein. Darum geht es.

          Als Ulf Mark Schneider im vergangenen September seine Strategie für die nächsten Jahre offenlegte, hob er vier Geschäftsfelder hervor, in denen Nestlé fortan das Wachstum beschleunigen soll: Babynahrung, Tierfutter, Wasser und - Kaffee. Dass der Deutsche, der seit Anfang 2017 an der Spitze des größten Nahrungsmittelkonzerns der Welt steht, im Geschäft rund um die braunen Bohnen noch erhebliches Potential sieht, hatte er schon kurz vor dieser Ansage klargemacht: mit der Übernahme des amerikanischen Unternehmens Blue Bottle Coffee.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Diesen kleinen, aber feinen Röster und Fachhändler von Kaffeespezialitäten mit Sitz in Oakland ließ sich Nestlé
          schätzungsweise 400 Millionen Dollar kosten. Doch nun schlägt Schneider in einer ganz anderen Größenordnung zu: Nestlé übernimmt die Rechte für die Vermarktung der Konsum- und Gastronomie-Produkte von Starbucks, wie die beiden Unternehmen an diesem Montag mitteilte. Für eine ordentliche Summe: Nestle zahlt den Amerikanern dafür 7,15 Milliarden Dollar in bar.

          Nestlé steht für einen riesigen Anteil am Weltmarkt

          Starbucks erzielt mit dem Geschäft einen Jahresumsatz von zwei Milliarden Dollar. Anlagevermögen werden im Rahmen der Transaktion nicht übertragen, wie es hieß. Nicht Teil des Deals sind die mehr als 28.000 Starbucks-Kaffeehäuser auf der ganzen Welt.

          Zu dem nun übernommenen Handelsgeschäft gehören beispielsweise Kaffeebohnen und -kapseln. Am Wochenende machten bereits Gerüchte die Runde, dass es so kommen werde. Ein Nestlé-Sprecher verweigerte da allerdings noch auf Anfrage jeglichen Kommentar. Auch von Starbucks war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

          Starbucks' Konsumgütersparte, die Kaffee, Tee und andere Produkte in Supermärkten vertreibt und Lizenzgeschäfte macht, stand im vergangenen Geschäftsjahr für acht Prozent des Umsatzes. Daneben gibt es auch ein Großhandelsgeschäft, das zwei Prozent zum Umsatz beisteuerte und aus Produkten besteht, die über Distributeure an Hotels oder Fluglinien verkauft werden.

          Starbucks hat übrigens sein Markenportfolio in diesen Sparten schon reduziert. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen seine Teemarke „Tazo“ an den Unilever-Konzern verkauft, Starbucks konzentriert sich jetzt im Teegeschäft auf die Marke „Teavana“.

          Das Geschäft mit Kaffee wiederum zählt zu den größten und profitabelsten Einheiten des Nestlé-Konzerns, der mit rund 330.000 Mitarbeitern zuletzt auf einen Umsatz von 90 Milliarden Franken kam. Zu den bekanntesten Marken zählen Nescafé, Nespresso und Dolce Gusto. Insgesamt summiert sich der Umsatz mit Kaffeeprodukten aller Art jährlich auf rund 17 Milliarden Franken.

          Damit erreichen die Schweizer einen Weltmarktanteil von 27 Prozent. Schneider hat sich vorgenommen, insbesondere das renditestarke Premium-Angebot weiter stark auszubauen, unter
          anderem durch neue Fertigkaffeegetränke aus der Kühltheke. Große Wachstumschancen sieht er in Asien und Afrika. In bevölkerungsreichen Ländern wie China und Indien will Schneider sogar versuchen, die Trinkgewohnheiten der Menschen zu ändern: Aus Teeliebhabern sollen Kaffeetrinker werden. Dabei könnten die Kaffeeprodukte der Marke Starbucks, die rund um den Globus bekannt ist, wertvolle Hilfe leisten.

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