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Lebensmittelriese : Nestlé wächst dank Babykost schneller – und tauscht wichtige Posten aus

  • Aktualisiert am

Das Firmen-Logo am Nestlé Hauptquartier in Vevey, Schweiz Bild: dpa

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé bekommt einen neuen Deutschland-Chef. Eine gute Nachfrage nach bestimmten Produkten hat dem Unternehmen indes weiteres Wachstum beschert.

          Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé baut seinen Vorstand um. Die bisherige Deutschland-Chefin Béatrice Guillaume-Grabisch steigt zum 1. Januar 2019 in das Führungsgremium auf und wird dann globale Personalchefin, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Im Vorstand berichtet sie an Nestlé-Chef Mark Schneider. Neuer Leiter des deutschen Marktes werde Marc-Aurel Boersch. Der 50-Jährige arbeitet seit 2003 für den Konzern und verantwortet bisher den niederländischen Markt.

          Guillaume-Grabisch ist seit 2015 Deutschland-Chefin und hatte zuvor die Region Deutschland und Südeuropa verantwortet. Im Nestlé-Vorstand folgt sie auf Personalchef Chris Johnson. Er löst zum Jahreswechsel wiederum Wan Ling Martello ab, Leiterin der Region Asien, Ozeanien und Subsahara Afrika. Sie verlasse den Konzern, hieß es weiter.

          Nestle hat in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres dank einer stärkeren Nachfrage in Nordamerika und China Fahrt aufgenommen. Das um Sondereffekte bereinigte organische Wachstum des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns lag bei 2,8 Prozent, wie das Unternehmen mit Marken wie Maggi oder Nespresso am Donnerstag mitteilte. Vor Jahresfrist waren es noch 2,6 Prozent gewesen.

          Die Nahrungsmittelindustrie befindet sich im Wandel

          Damit macht sich der Firmenumbau von Mark Schneider bezahlt: Das wachsende Geschäft mit Gesundheitsprodukten und Kaffee hat er ausgebaut – wenig versprechende Bereiche stößt er im Gegenzug ab. „Der Umsatz ist in den ersten neun Monaten über die meisten Regionen und Produktkategorien hinweg solide gewachsen“, sagte Schneider. „Unser Wachstum stützte sich auf die disziplinierte Umsetzung unserer Strategie und schnellere Innovation.“

          In absoluten Zahlen stieg der Umsatz um zwei Prozent auf 66,4 Milliarden Franken. Das deutlichste Plus erzielte Nestle in der Region Asien mit dem wichtigen Markt China: Dort waren vor allem Säuglingsnahrung und Kaffee des Schweizer Konzerns gefragt. Die Wachstumsbeiträge aus der Region sind wichtig für Nestle, um die Ziele zu erreichen: Im laufenden Jahr strebt Schneider unverändert ein organisches Wachstum von rund drei Prozent an. Bis 2020 will er wieder alte Wachstumsraten von rund fünf Prozent erreichen.

          Doch das ist schwierig – denn die Nahrungsmittelindustrie befindet sich im Wandel. Große Marken besitzen für viele Konsumenten nicht mehr die gleiche Anziehungskraft wie früher: Sie setzen verstärkt auf lokale Produkte und frische Lebensmittel. Fertignahrung und Süßigkeiten stehen nicht mehr so hoch im Kurs. Diesen neuen Trends versucht auch Nestle Rechnung zu tragen. Der Konzern hat sein amerikanisches Süßigkeitengeschäft verkauft und trennt sich von nicht zum Kerngeschäft zählenden Bereichen: Das Lebensversicherungsgeschäft der Säuglingsnahrungsmarke Gerber geht an einen Finanzdienstleister in Amerika. Eine Entscheidung über die Zukunft der Hautpflegesparte Nestle Skin Health will Schneider bis Mitte 2019 fällen.

          Den Wachstumstreiber Kaffee mit Marken wie Nescafe und Nespresso baut Nestle hingegen aus – zuletzt etwa mit der Übernahme des Einzelhandelsgeschäfts von Starbucks. Auch von anderen Geschäftsfeldern wie Tiernahrung, Wasser und Babynahrung erhofft sich Schneider künftig Wachstum. Das ist für den Firmenchef wichtig, damit er kritische Aktionäre wie den Großinvestor Third Point besänftigen kann. Dieser hat schon wiederholt einen rascheren Umbau des Nahrungsmittelriesen gefordert.

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