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U-Boote für Australien : „Wir schließen einen Ehevertrag über 60 Jahre“

France first: Das französische U-Boot-Programm für Australien stach deutsche und japanische Mitbewerber aus. Bild: AFP

Das französische U-Boot-Programm für Australien stach deutsche und japanische Mitbewerber aus. Doch wie leitet man eines der größten Rüstungsgeschäfte der Welt? Ein Gespräch mit Jean-Michel Billig vom Thyssen-Rivalen Naval.

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          Die französische Naval-Group setzt auf weitere, hohe Milliarden-Dollar-Umsätze in Australien. Nach dem Auftrag für die Entwicklung und den Bau von zwölf Unterseebooten für die australische Marine strebt sie auch deren Wartung über mehrere Jahrzehnte an. Die Entscheidung darüber werde Ende der zwanziger Jahre fallen, sagt Jean-Michel Billig im Gespräch mit der F.A.Z. „Theoretisch könnte der Auftrag auch an eine andere Werft gehen. Aber das ist ausgesprochen unwahrscheinlich“, sagt der Franzose, der das französische U-Boot-Programm für Australien leitet. Es geht um enorme Beträge: Im Senat in Canberra kursieren Zahlen um die 145 Milliarden Australische Dollar (derzeit 88,98 Milliarden Euro) für Betrieb und Unterhalt der neuen Boote der Attac-Klasse über fünf oder sechs Jahrzehnte. Zum Vergleich: Die gesamte Naval-Group verzeichnete im Jahr 2018 einen Umsatz von gut 3,6 Milliarden Euro.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Doch noch mehr scheint möglich: „Klar ist, dass die bestehende Flotte der sechs australischen Collins-Boote in ihrem heutigen Zustand nicht bis 2030 genutzt werden können. Muss die australische Marine deren Leben verlängern, ist das interessant für uns. Wir werden uns auch um diesen Auftrag bewerben“, sagt Billig. Thyssen-Krupp (TKMS) hatte sich ebenfalls für den Neubau der U-Boote beworben, war aber 2016 genauso wie die konkurrierenden Japaner gescheitert. Die Franzosen entwickeln die Boote mit konventionellem Antrieb auf Basis ihres atomgetriebenen Barracuda. „Das erste Unterseeboot wird 2032 geliefert werden“, sagt Billig. Dessen Bau werde 2023 in Adelaide beginnen. Die Kosten für Design und Bau der Flotte wurden bei der Auftragsvergabe auf 50 Milliarden Australische Dollar beziffert.

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