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Nächster Medienbericht : Wirecard-Aktienkurs fällt um 20 Prozent

  • Aktualisiert am

Wirecard-Chef Markus Braun sieht sich einigen Vorwürfen gegenüber. Bild: AFP

Schon wieder berichtet die Financial Times über Kontomanipulation und Dokumentenfälschung bei Wirecard in Singapur. Schon wieder fällt der Kurs dramatisch. Aus München kommen aber gute Nachrichten.

          Wirecard kommt nicht aus den Schlagzeilen. Ein neuer Bericht der „Financial Times“ über angebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten hat der Wirecard-Aktie am Donnerstag zugesetzt. Die Titel rauschten zwischenzeitlich innerhalb kurzer Zeit um bis zu 20 Prozent und waren mit Abstand schwächster Wert im Dax. Die Zeitung berichtete unter anderem unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente, zwei deutsche Top-Manager hätten „zumindest einige Kenntnis“ von den Vorfällen gehabt.

          Wirecard wies die Anschuldigungen zurück. In dem Bericht der „FT“ stehe nichts Wahres, teilte der Konzern mit. Schon am Montag hatte Wirecard erklärt, dass eine Untersuchung der Anwaltskanzlei Rajah & Tann in Singapur keinerlei Belege für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten gefunden habe.

          „Keinen ausreichenden Anfangsverdacht“

          Die Wirecard-Aktie war schon in der vergangenen Woche unter massiven Beschuss mutmaßlicher Spekulanten geraten, nachdem in der Zeitung zwei Berichte mit dem Vorwurf krimineller Kontomanipulationen und Dokumentfälschungen gegen einen Wirecard-Mitarbeiter in Singapur erschienen waren. Mithilfe dieser Manipulationen soll das Unternehmen sich in Asien Lizenzen erschlichen haben. Zeitweise hatte die Aktie des Bezahldienstleisters mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren.

          In dem neuerlichen Artikel berichtet die Zeitung, ihr lägen Dokumente vor, denen zufolge Finanz- und Verkaufsmanager Thorsten Holten und Buchhaltungsmanager Stephan von Erffa Kenntnis gehabt hätten von dem angeblichen Betrug in Singapur. Damit würde der Vorgang höhere Managementebenen des Unternehmens erreichen.

          WIRECARD

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          Die Münchner Staatsanwaltschaft sieht derweil keine Hinweise auf kriminelle Kursmanipulation durch die Konzernspitze. „Wir haben keinen ausreichenden Anfangsverdacht, um ein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der Wirecard einzuleiten“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst am Donnerstag in München.

          Kursschwankungen dieses Ausmaßes sind bei Dax-Unternehmen sehr ungewöhnlich. Der Wirecard-Vorstand hatte sich selbst an die Staatsanwaltschaft gewandt. Auch die Finanzaufsicht Bafin prüft, ob es sich um eine gezielte Attacke von Spekulanten handelte. Beide Behörden sind nun im Austausch: „Wir stehen im engen Kontakt mit der Bafin“, sagte Kornprobst.

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