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Nachfolger von Grube : Lutz ist neuer Bahnchef - und bleibt Finanzvorstand

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1994 kam er zur Deutschen Bahn, jetzt ist er Vorstandsvorsitzender: Richard Lutz Bild: dpa

Der Nachfolger von Rüdiger Grube ist nun offiziell im Amt. Gleichzeitig soll Richard Lutz Finanzvorstand der Deutschen Bahn bleiben. Einen neuen Job hat derweil auch Grube in Aussicht.

          Finanzvorstand Richard Lutz ist neuer Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn. Der Aufsichtsrat wählte den 52 Jahre alten Manager am Mittwoch wie erwartet zum Nachfolger von Rüdiger Grube, der den Konzern im Januar im Streit um seine Vertragsverlängerung verlassen hatte. Lutz erhielt einen Fünf-Jahres-Vertrag und soll auch parallel Finanzvorstand bleiben, wie die Bahn mitteilte.

          Zusätzlich werden die Ressorts Digitalisierung und Technik sowie Güterverkehr und Logistik eingerichtet. Der Aufsichtsrat werde sie „zeitnah“ besetzen, hieß es am Mittwoch. Digitalisierung und Technik würde fachlich zum bisherigen Siemens-Vorstandsmitglied Siegfried Russwurm passen. Er war zwischenzeitlich als Grube-Nachfolger im Gespräch gewesen. Für den Güterverkehr handelten Medien zeitweise die Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe, Sigrid Nikutta. Sie sagte am Mittwoch, Gerüchte kommentiere sie nicht.

          Keiner kenne die Bahn so gut wie Lutz, hob Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht indes hervor. Er sorge für die notwendige Kontinuität inmitten eines rasanten Wandels. Der Aufsichtsrat verlängerte zudem die Verträge der Vorstände Berthold Huber (Personenverkehr) und Ronald Pofalla (Infrastruktur) bis März 2022. Lutz' Vorgänger Grube soll derweil neuer Aufsichtsratschef der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) werden, wie am Mittwoch bekannt wurde. Er hatte erst vor zwei Wochen eine Unternehmensberatung in Hamburg gegründet.

          Obergrenze für Gehalt des Bahnchefs?

          Lutz hatte bereits kommissarisch den Staatskonzern geführt und ist ein echtes Eigengewächs der Deutschen Bahn. Im Jahr 1994 kam der promovierte Diplomkaufmann mit 30 Jahren zum Konzern. Seit dem Jahr 2003 war er für das Controlling zuständig, bis er 2009 dann seinen Mentor Diethelm Sack auf dem Posten des Finanzvorstandes beerbte.

          Details über seine Vergütung als Vorstandsvorsitzender wurden derweil nicht bekannt. Die Grünen hatten vor der Benennung in der F.A.Z. eine Gehaltsobergrenze für den Posten des Bahnchefs gefordert. „Das Gehalt des Chefs des staatseigenen Unternehmens Deutsche Bahn wird komplett von der Allgemeinheit getragen“, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter. „Deshalb sollte es auch hier bei der Deutschen Bahn als Vorbildfunktion eine Begrenzung geben.“

          Die Grünen forderten schon seit langem, „dass Gehälter ab einer halben Million Euro pro Jahr künftig nicht mehr vom Konzern steuerlich abgesetzt werden könnenIm Amt bleibt Aufsichtsratschef Felcht. Er war nach dem Grube-Rücktritt unter Druck geraten. Andere Aufsichtsräte hatten ihn für den Verlauf der Gremiumssitzung im Januar verantwortlich, der zum überraschenden Abgang Grubes führte.

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