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Ein zweiter Fall Volkswagen? : Amerikas Umweltbehörde prüft Mercedes-Abgaswerte

  • Aktualisiert am

Hell strahlt der Mercedes-Stern in der Autostadt Detroit. Muss auch Daimler nun die amerikanische Umweltbehörde EPA fürchten? Bild: dpa

Eine renommierte amerikanische Kanzlei verklagt Daimler wegen zu hoher Abgaswerte. Nun schaltet sich die mächtige Umweltbehörde ein.

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          Die mächtige amerikanische Umweltbehörde EPA fordert vom Stuttgarter Autobauer Daimler Informationen zu auffälligen Abgaswerten. Eine Daimler-Sprecherin erklärte am Sonntagabend, die EPA habe entsprechende Informationen zu Mercedes-Fahrzeugen erbeten und Daimler kooperiere mit der Behörde vollumfänglich.

          Die Autos würden allen Vorschriften und Normen entsprechen, fügte sie hinzu. Die EPA-Anfrage sei eine Reaktion auf eine Sammelklage in den Vereinigten Staaten, die am 18. Februar eingereicht worden sei (FAZ.NET hatte hier darüber berichtet). Ein Daimler-Sprecher bezeichnete die Klage als unbegründet.

          Hinter der Klage steckt die bekannte Anwaltsfirma Hagens Berman aus Seattle. Sie war die erste Kanzlei, die Volkswagen in Amerika verklagte: VW hatte Software so programmiert, dass die Autos nur im stationären Testbetrieb im Rahmen des gesetzlichen Grenzwerte blieben, im Straßenbetrieb aber deutlich höhere Stickoxid-Abgase produzierten.

          Hagens Berman nimmt eine Führungsposition in der Klage gegen Volkswagen ein. Gegen Toyota, deren Autos überraschend beschleunigten und Unfälle provozierten, haben die Anwälte von der Westküste mit 1,6 Milliarden Dollar die größte Vergleichssumme erreicht, die je ein Autohersteller aufbringen musste. Die von Hagens Berman verklagte koreanische Autofirma Kia konnte sich mit den Anwälten auf eine Vergleichssumme in Höhe von knapp 255 Millionen Dollar verständigen. Auch Klagen gegen General Motors wegen tödlicher Fehlzündungen vertritt die Anwaltsfirma.

          Die Kanzlei sucht nun weitere Mercedes-Diesel-Fahrer für eine Massenklage. Sie listet 14 Modelle auf, die sie der Grenzwertüberschreitungen verdächtigt. Die Anwälte behaupten, dass Dieselautos von Mercedes bei Tests auf der Straße im Schnitt 19 Mal so viele Stickoxide emittieren, wie erlaubt. In einzelnen Tests wurden den Anwälten zufolge die erlaubten Grenzwerte sogar um das 65-fache überschritten.

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