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Nach Übernahme durch Vodafone : Unitymedia verschwindet

  • -Aktualisiert am

Das Vodafone-Logo vor einem verschwommenen Unitymedia-Logo. Vodafone stellt die Marke Unitymedia ein. Bild: dpa

Vodafone gibt die Marke Unitymedia komplett auf. Die zusammengeführten Netze sollen das Internet beschleunigen. Innerhalb der kommenden zwei Jahre sollen dadurch 24 Millionen Anschlüsse gigabitfähig sein.

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          Nach der Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia lässt der Telekommunikationskonzern Vodafone die Marke nun komplett verschwinden. Standorte und Läden wurden in den vergangenen Wochen an das Vodafone-Rot angepasst, Logos ausgetauscht, Briefe auf die Vodafone-Firmierung umgestellt. Für diesen Montag hat Deutschlandchef Hannes Ametsreiter die Devise ausgegeben: „Ein Netz, eine Marke, ein Tarif – ab heute sind wir eins.“

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Vodafone hatte Unitymedia offiziell im vergangenen August übernommen. Die EU-Kommission billigte damals das 18,4 Milliarden Euro schwere Geschäft nach einem 14 Monate langen Prüfverfahren. Zu den 13 Bundesländern, die Vodafone über das einstige Kabel-Deutschland-Gebiet bedient, kommen mit Unitymedia noch Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen dazu. Damit verfügt das Mobilfunkunternehmen über ein Quasimonopol im deutschen Fernsehkabel, das mehr und mehr für Internetzugänge genutzt wird. Vodafone wirbt mit hohem Aufwand für seine schnellen Online-Anschlüsse via Kabel und macht damit zum Beispiel den DSL-Angeboten der Deutschen Telekom kräftig Konkurrenz.

          In den vergangenen Monaten hatten Vodafone-Techniker und -Tariffachleute am Zusammenschluss gearbeitet. Dabei ging es unter anderem darum, das komplette Kabelnetz auf den Technikstandard Docsis 3.1 aufzurüsten, der Gigabit-Geschwindigkeiten im Datenverkehr erlaubt. Der neue Standard nutzt die vorhandene Netzinfrastruktur durch neuartige Modulationsverfahren und verbesserte Fehlerkorrekturverfahren effizienter als bisher.

          Das Ergebnis: Weitere 5,5 Millionen Kabelanschlüsse sind jetzt für Gigabit-Geschwindigkeit freigeschaltet. Insgesamt könnten damit 17 Millionen Haushalte im gesamten Vodafone-Kabelverbreitungsgebiet entsprechende Angebote buchen, betont das Unternehmen. Bis zum Jahr 2022 sollen 24 Millionen Anschlüsse gigabitfähig sein.

          Die Düsseldorfer begleiten die neue Technologie mit einem aggressiven Marketing. Ein neuer Tarif soll Kunden schnell und in großem Umfang in das Kabelnetz locken. Wer sich – befristet bis zum 5. April – für „Giga-Cable Max“ entscheidet, erhält für 39,99 Euro eine Internet-Flatrate mit Datenübertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 1000 Megabit je Sekunde sowie eine Sprach-Flatrate ins deutsche Festnetz. Mit diesem Preis bewegt sich das Unternehmen deutlich unterhalb von bisherigen Gigabit-Tarifangeboten.

          Parallel dazu versucht Vodafone, auch die Politik für die Gigabit-Initiative ins eigene Boot zu holen. Vergangene Woche unterzeichneten der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), seine Digitalministerin Kristina Sinemus (parteilos) und Vodafone-Chef Ametsreiter einen sogenannten Letter of Intent. Die Unterzeichner verpflichten sich darin zu einer Kooperation, „um den Ausbau superschneller Netze“ für Hessen voranzutreiben. Denn das Bundesland verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2025 flächendeckend gigabitfähige Infrastrukturen bereitzustellen. „Im Zuge des Gigabit-Ausbaus kommt dem TV-Kabelnetz neben dem Glasfaserausbau grundsätzlich eine ganz besondere Rolle zu“, betonten Bouffier und Sinemus. Dieser Satz dürfte Ametsreiter besonders gefreut haben.

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