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Nach Rücktritt bei HP : Mark Hurd geht zum Konkurrenten Oracle

  • Aktualisiert am

Mark Hurd bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Hewlett-Packard Bild: dpa

Belästigungsvorwürfe und falsche Spesenabrechnungen zwangen den früheren Hewlett-Packard-Chef Mark Hurd vor einem Monat zum Rücktritt. Nun heuert er in einer Spitzenposition beim Softwareriesen Oracle an.

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          Der geschasste Hewlett-Packard-Chef Mark Hurd übernimmt einen Spitzenjob beim Konkurrenten Oracle. Vor einem Monat war er vom Chefposten des weltgrößten Computerbauers Hewlett-Packard (HP) zurückgetreten. Bei dem Softwareriesen Oracle, dem größten Konkurrenten des deutschen SAP-Konzerns, übernimmt Hurd einen Platz im Verwaltungsrat, dem wichtigsten Führungsgremium des Konzerns.

          Die Oracle-Präsidenten führen maßgeblich das Tagesgeschäft, aus dem sich 66-jährige Gründer und Konzernchef Larry Ellison weitgehend zurückgezogen hat. Ellison, der seit den 70er Jahren an der Spitze des Konzerns steht, erklärte, Hurd habe „bei HP brillante Arbeit geleistet“.

          Oracle hofft, von den Erfahrungen des Top-Managers profitieren zu können. Das Unternehmen will Software- und Hardware-Lösungen zusammenführen und diesem Feld in Zukunft eine wichtige Stellung einräumen. Hurd habe hier Erfahrung vor allem während seiner Tätigkeit beim Automaten-Spezialisten NCR gesammelt. Dort hatte er 25 Jahre lang gearbeitet, bevor er 2005 zu Hewlett-Packard gewechselt war.

          Die Frau, die Hurd Belästigung vorwarf: Jodie Fisher, ehemalige Schauspielerin und PR-Beraterin bei HP

          Hurd gilt als einer der erfolgreichsten Manager der Branche

          Hurds Berufung zu Oracle kommt nicht überraschend. Schon am Wochenende hatten amerikanische Medien über Gespräche mit dem Manager berichtet. Zudem hatte Ellison, der als guter Freund von Hurd gilt, den Rauswurf des Managers bei HP öffentlich kritisiert. „Das war die dümmste Personalentscheidung, seitdem die Idioten im Apple-Verwaltungsrat vor vielen Jahren Steve Jobs gefeuert haben“, schrieb er in einer E-Mail an die „New York Times“ Anfang August.

          Der 53-jährige Hurd galt nach seinen Jahren bei Hewlett-Packard als einer der erfolgreichsten Manager in der Technologiebranche, stolperte aber im Sommer über seine Beziehung zu einer ehemaligen PR-Mitarbeiterin. Die Frau warf Hurd sexuelle Belästigung vor. Die Vorwürfe bestätigten sich nicht, Hurd und die Frau einigten sich auf einen Vergleich.

          Der HP-Verwaltungsrat hielt dem Manager allerdings vor, falsche Spesenabrechnungen nach Essen mit der Frau eingereicht zu haben. Der Manager trat daraufhin zurück.

          Oracle ist nicht nur die Nummer zwei bei Unternehmenssoftware nach SAP, sondern stößt in immer weitere IT-Bereiche vor. Spätestens seit der Übernahme des Server-Spezialisten Sun Microsystems sind Oracle und HP direkte Konkurrenten.

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