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Nach Personalabbau : Commerzbank prüft Verkleinerung des Vorstandes

Zentrale der Commerzbank in Frankfurt Bild: Irl, Maria

Auch sechs Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise hat die Commerzbank nicht Tritt gefasst. Jetzt soll die Führungsebene gestrafft werden. Nach Informationen der F.A.Z. wird überlegt, den Konzernvorstand von neun auf sieben Mitglieder zu verkleinern.

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          Die Commerzbank prüft, ihre erste und zweite Führungsebene zu straffen. Nach Informationen der F.A.Z. gibt es Überlegungen, den Konzernvorstand von neun auf sieben Mitglieder zu verkleinern. Auch die Zahl der gut 50 Bereichsvorstände soll schrumpfen. Die Commerzbank wollte dazu keinen Kommentar abgeben. Noch gibt es keine Beschlüsse, etwa durch den Aufsichtsrat. Im ersten Halbjahr 2013 hat sich der Vorstand aber schon mit dem Betriebsrat verständigt, bis 2016 von den 28.000 Stellen im Inland 3200 abzubauen. In der Zentrale in Frankfurt werden 1400 von 10.000 Stellen gekürzt. Dazu würde auch eine straffere Führungsebene passen.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bis die Beschlüsse für eine Verkleinerung des Vorstandes umsetzungsreif sind, wird wohl noch etwas Zeit vergehen. Am Ende müsste der Aufsichtsrat, geführt von Klaus-Peter Müller, über das Ausscheiden von Vorstandsmitgliedern entscheiden. Es ist davon auszugehen, dass sich Müller in den kommenden Wochen mit dem Vorstandsvorsitzenden Martin Blessing eng austauschen wird. Müller ist der Vorgänger Blessings und führte die Bank als Vorstandssprecher bis zum Mai 2008. Danach wechselte er in den Aufsichtsrat.

          Auch sechs Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise und fünf Jahre nach der Übernahme der Dresdner Bank hat die Commerzbank nicht Tritt gefasst. Im November 2012 erklärte Blessing 2013 zum Übergangsjahr und steckte nur Ziele für das Jahr 2016. Zuvor hatte die Commerzbank das Ziel, 4 Milliarden Euro im Jahr 2012 zu verdienen, aufgeben müssen. Der Gewinn im Jahr 2012 betrug lediglich 6Millionen Euro.

          Hinzu kommt, dass seit der Hauptversammlung im März und der Kapitalerhöhung im Mai die Position des Vorstandsvorsitzenden Blessing geschwächt ist. Viele Aktionäre trauen ihm nicht mehr zu, das Ruder herumzureißen. Der Aktienkurs hat sich in diesem Jahr zeitweise halbiert, der staatliche Rettungsfonds Soffin verringerte seine Beteiligung von 25 auf 17 Prozent. Der Aktienkurs konnte in den vergangenen Wochen zwar etwas aufholen, das Minus beträgt aber immer noch 35 Prozent.

          Die Commerzbank treffen immer wieder Altlasten. Am Donnerstag bestätigte ein Sprecher der Bank einen Bericht der F.A.Z., dass die Commerzbank der insolventen Stadt Detroit Kredite gegeben hat. Nach unbestätigten Informationen handelt es sich um Nominalforderungen von 400 Millionen Dollar, die aber schon weitgehend abgeschrieben sein dürften. Jedoch stecken in der Einheit, in der die Commerzbank Immobilien-, Staats- und Schiffsfinanzierungen für den Abbau abgetrennt hat, noch hohe Risiken. Diese Sparte macht mit 151 Milliarden Euro ein Viertel der Bilanz aus. Allein von den knapp 19 Milliarden Euro an Schiffsfinanzierungen war zuletzt ein Viertel ausfallgefährdet.

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