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Nach Krankmeldungen : Dobrindt schaltet sich in TUI-fly-Konflikt ein

  • Aktualisiert am

Viele TUI-fly-Maschinen bleiben an diesem Freitag auf dem Boden. Bild: dpa

Nachdem sich viele Crewmitglieder von TUI fly für den Freitag kurzfristig krank gemeldet hatten, müssen fast alle Flüge der Airline ausfallen. Nur zehn Notfall-Verbindungen finden statt. Der Verkehrsminister will die Situation nicht hinnehmen.

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          Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat dazu aufgerufen, den Konflikt wegen des geplanten Zusammenschlusses der Fluggesellschaft Tuifly mit Teilen von Airberlin am Verhandlungstisch zu lösen. „Das ist keine akzeptable Situation. Die Airlines müssen ihrer Verantwortung gegenüber den Fluggästen nachkommen", sagte Dobrindt der „Bild“-Zeitung. „Interne Konflikte müssen am Verhandlungstisch ausgetragen werden und nicht auf den Rücken der Passagiere.“

          Wegen kurzfristiger Krankmeldungen von Piloten und Kabinenpersonal musste Tuifly fast alle für Freitag geplanten Flüge streichen. Der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig: Im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen beginnen an diesem Wochenende die Herbstferien. Am Mittwoch war offiziell bekannt geworden, dass die Touristiksparte von Airberlin mit Tuifly zusammengelegt werden soll. Darüber wurde schon seit der vergangenen Woche spekuliert.

          TUI fly versucht mit gemieteten Maschinen und Besatzungen einen Teil der Flugausfälle aufzufangen. Zehn Flüge könnten an diesem Freitag auf diese Weise stattfinden, teilte die Fluggesellschaft in der Nacht zum Freitag auf ihrer Internetseite mit. Dabei handelt es sich um vier Flüge von deutschen Flughäfen ins türkische Antalya, einen nach Palma de Mallorca sowie die zugehörigen Rückflüge - mit teils leicht geänderten Abflugzeiten. „Alle weiteren Flüge ab Deutschland, Österreich und der Schweiz sind aufgrund aktueller Crewengpässe für den 07. Oktober gestrichen“, schreibt Tuifly.

          Gewerkschaftsvertreter hatten zwar den Verdacht zurückgewiesen, dass hinter den kollektiven Krankmeldungen ein „stummer Protest“ stehe. Doch diesbezügliche Spekulationen halten sich hartnäckig. Denn TUI-fly-Beschäftigte fühlen sich schlecht informiert. Am vergangenen Freitag unterrichtete TUI-fly-Aufsichtsratschef Henrik Homann das Gremium über Pläne für einen Ferienflugverbund mit der Air-Berlin-Tochtergesellschaft Niki. Aus Sicht der Belegschaft war das zu spät. Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) sagte: „Die absolut unbefriedigende Informationspolitik gegenüber der Belegschaft ist nicht akzeptabel.“ Verdi hatte zuvor von „Geheimverhandlungen“ über den Ferienflugverbund gesprochen.

          Die Beteuerung, dass die Tarifkonditionen der TUI-fly-Beschäftigten auch in einem Verbund mit Niki, deren Beschäftigte weniger verdienen, gesichert seien, brachte den Unmut nicht zum Verstummen. Das gilt auch für eine Mitarbeiterinformation vom Mittwoch. Darin heißt es, dass TUI fly „auch in Zukunft am Standort Hannover operieren wird“. Kritisch wird angemerkt, das Versprechen sei bereits eingelöst, wenn einige TUI-Flugzeuge dort starteten, Verwaltung und Wartung aber ausgedünnt würden.

          Es ist nicht das erste Mal, dass sich TUI-fly-Mitarbeiter von bevorstehenden Weichenstellungen überrumpelt fühlen. Als Homann 2009 mit Air Berlin aushandelte, dass 14 TUI-Flugzeuge fortan für die Berliner fliegen sollten, waren TUI-fly-Beschäftigte erschrocken, dass sie zum Rivalen wechseln sollten. Jedoch war dies der Ausweg aus einer verfehlten Strategie, der dem Konzern einen Stellenabbau ersparte. Anfang 2015 sorgten Pläne für eine Zusammenführung aller TUI-Fluggesellschaften für Unmut.

          Hotline für Kunden

          Kunden können den aktuellen Status ihres Flugs auf der Seite tuifly.com nachschauen. Außerdem steht die Servicehotline 0800-9006090 zur Verfügung.

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