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Nach Insolvenz : Solarfirma Sovello kündigt allen Mitarbeitern

  • Aktualisiert am

Düstere Zeiten im „Solar Valley“ an der A 14 bei Bitterfeld-Wolfen: Hier befinden sich auch die Produktionsstätten von Sovello Bild: dpa

Die Krise der deutschen Solarbranche fordert ihr nächstes Opfer: Das insolvente Unternehmen Sovello legt seine Produktion vorerst still. Etwa 1000 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.

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          Die Reihe der deutschen Solarproduzenten lichtet sich weiter: Nach wochenlanger Unsicherheit wissen nun die Beschäftigten von Sovello, dass sie sich eine neue Arbeitsstelle suchen müssen. Der insolvente Solarkonzern wird seine Produktion nach Angaben von Insolvenzverwalter Lucas Flöther vorerst stilllegen und den etwa 1000 Beschäftigten kündigen. Er werde die Belegschaft am Dienstagnachmittag offiziell über die Entscheidung informieren, sagte Flöther der Deutschen Presse-Agentur und bestätigte damit einen Bericht der „Mitteldeutschen Zeitung“. Die Maschinen würden bis auf den sogenannten Standby-Betrieb heruntergefahren, um sie betriebsbereit zu halten. „Die finanzielle Lage des Unternehmens macht diesen Schritt leider erforderlich“, sagte Flöther.

          Sovello hatte Mitte Mai Insolvenz beantragt. Der Plan, rund 500 Mitarbeiter in einer Transfergesellschaft unterzubringen und mit der anderen Hälfte einen Neuanfang zu versuchen, scheiterte an der Finanzierung. Eine Insolvenz in Eigenverantwortung hatte das Amtsgericht zuvor schon abgelehnt.

          Die deutsche Solarbranche steckt in einer tiefen Krise. Verantwortlich hierfür sind vor allem der Preisdruck durch staatlich subventionierte Konkurrenz aus China und sinkende Subventionen in Deutschland. Viele deutsche Solarhersteller suchen nach Investoren, aber Geldgeber sind kaum in Sicht.

          Sovello ist eine Abspaltung von Q-Cells und produziert Solarzellen in einem Verfahren, das als besonders energieschonend gilt. Auf dem Gelände von „Solar Valley“ in Bitterfeld-Wolfen sind mehrere Firmen der Solarindustrie ansässig, das Areal an der Autobahn 9 galt bisher als der größte Standort seiner Art in Europa.

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