https://www.faz.net/-gqe-729ez

Nach Insolvenz : Solarfirma Sovello kündigt allen Mitarbeitern

  • Aktualisiert am

Düstere Zeiten im „Solar Valley“ an der A 14 bei Bitterfeld-Wolfen: Hier befinden sich auch die Produktionsstätten von Sovello Bild: dpa

Die Krise der deutschen Solarbranche fordert ihr nächstes Opfer: Das insolvente Unternehmen Sovello legt seine Produktion vorerst still. Etwa 1000 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.

          1 Min.

          Die Reihe der deutschen Solarproduzenten lichtet sich weiter: Nach wochenlanger Unsicherheit wissen nun die Beschäftigten von Sovello, dass sie sich eine neue Arbeitsstelle suchen müssen. Der insolvente Solarkonzern wird seine Produktion nach Angaben von Insolvenzverwalter Lucas Flöther vorerst stilllegen und den etwa 1000 Beschäftigten kündigen. Er werde die Belegschaft am Dienstagnachmittag offiziell über die Entscheidung informieren, sagte Flöther der Deutschen Presse-Agentur und bestätigte damit einen Bericht der „Mitteldeutschen Zeitung“. Die Maschinen würden bis auf den sogenannten Standby-Betrieb heruntergefahren, um sie betriebsbereit zu halten. „Die finanzielle Lage des Unternehmens macht diesen Schritt leider erforderlich“, sagte Flöther.

          Sovello hatte Mitte Mai Insolvenz beantragt. Der Plan, rund 500 Mitarbeiter in einer Transfergesellschaft unterzubringen und mit der anderen Hälfte einen Neuanfang zu versuchen, scheiterte an der Finanzierung. Eine Insolvenz in Eigenverantwortung hatte das Amtsgericht zuvor schon abgelehnt.

          Die deutsche Solarbranche steckt in einer tiefen Krise. Verantwortlich hierfür sind vor allem der Preisdruck durch staatlich subventionierte Konkurrenz aus China und sinkende Subventionen in Deutschland. Viele deutsche Solarhersteller suchen nach Investoren, aber Geldgeber sind kaum in Sicht.

          Sovello ist eine Abspaltung von Q-Cells und produziert Solarzellen in einem Verfahren, das als besonders energieschonend gilt. Auf dem Gelände von „Solar Valley“ in Bitterfeld-Wolfen sind mehrere Firmen der Solarindustrie ansässig, das Areal an der Autobahn 9 galt bisher als der größte Standort seiner Art in Europa.

          Weitere Themen

          Warum nachhaltiges Investieren so schwer ist Video-Seite öffnen

          Greenwashing : Warum nachhaltiges Investieren so schwer ist

          Grüne Investitionen erobern die Finanzmärkte. Mehr als 300 Milliarden Dollar flossen 2020 in „nachhaltige“ Anlagen und brachen damit den Rekord des Vorjahres. Doch wirklich "grün" zu investieren, ist schwieriger als es klingt.

          Die Zukunft der Globalisierung

          Gedenken an Herbert Giersch : Die Zukunft der Globalisierung

          Die Corona-Pandemie beendet die Globalisierung nicht. Doch sie wird sich in den nächsten Jahren grundlegend verändern. Eindrücke vom Symposium anlässlich des 100. Geburtstags von Herbert Giersch.

          Topmeldungen

          Ausmaß der Zerstörung: eine Straßenkreuzung in Cholon, Israel

          Gewalt in Nahost : Hamas feuert 130 Raketen auf Tel Aviv

          Militante aus dem Gazastreifen feuern am Abend mehr als hundert Raketen auf Zentralisrael. Im Großraum Tel Aviv kommt es immer wieder zu schweren Explosionen. Mindestens ein Mensch stirbt.
          Ende einer Quälerei: In wenigen Tagen werden Präsident Keller und Generalsekretär Curtius (links) den Deutschen Fußball-Bund verlassen.

          Keller, Curtius und Koch : Befreiungsschlag beim DFB

          Präsident Fritz Keller zieht sich zurück, Friedrich Curtius gibt auf, Rainer Koch verzichtet auf eine Wiederwahl: Fast die gesamte Führung des DFB macht den Weg frei für einen Neuanfang.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.