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Nach gestopptem Russland-Geschäft : Rheinmetall bekommt Bundeswehr-Auftrag

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Das bestehende Gefechtsübungszentrum in Sachsen-Anhalt war Vorlage für das geplante – und nun gestoppte - Gefechtszentrum bei Moskau. Bild: dpa

Nach dem deutschen Veto gegen einen 120-Millionen-Auftrag aus Russland hat Rheinmetall einen Großauftrag der Bundeswehr erhalten. Ob das den Rüstungskonzern zufriedenstellt?

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          Der Rüstungskonzern Rheinmetall kann nach dem gestoppten 120-Millionen-Auftrag in Russland nun in der Heimat einen Erfolg vermelden. Von der Bundeswehr bekam das Unternehmen den Zuschlag, für rund 70 Millionen Euro das bestehende Gefechtsübungszentrum in Letzlingen (Sachsen-Anhalt) bis 2018 weiter zu betreiben. Das teilte der MDax-Konzern am Freitag mit.

          Auf dem Übungsgelände können Soldaten dank Lasertechnik Kampfsituationen ohne scharfe Munition nachstellen. Derzeit wird auf dem Gelände auch an einer kompletten neuen Übungsstadt gebaut.

          Das Übungszentrum des deutschen Heeres war die Vorlage für das geplante Gefechtszentrum bei Moskau, für das die Bundesregierung Rheinmetall wegen der Ukraine-Krise die Genehmigung entzogen hatte. Der Konzern rechnet deswegen mit Kosten von bis zu 20 Millionen Euro und will vom Staat entschädigt werden. Die Verhandlungen laufen. In der Mitteilung von Rheinmetall zu dem neuen Großauftrag ist von keinem Zusammenhang die Rede. Rheinmetall habe den neuen Auftrag erhalten ,weil der „konzeptionelle Ansatz des Angebotes“ dafür gesprochen habe.

          Zum Wochenauftakt hatte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Ausfuhrgenehmigung für das Gefechtsübungszentrum in Russland formell endgültig untersagt und sich damit möglichen Schadensersatzforderungen ausgesetzt: „Es geht nicht ums Geld, es geht um Menschenleben“, sagte Gabriel.

          Für das Trainingszentrum in Mulino im Wolga-Gebiet sollte der Konzern unter anderem eine Anlage für Live-Gefechtssimulationen liefern. Das Auftragsvolumen hatte sich auf insgesamt rund 120 Millionen Euro belaufen. Auf der Bilanzpressekonferenz im März hatte Vorstandsvorsitzender Armin Papperger berichtet, der Auftrag sei bereits weitgehend abgearbeitet. Bisher seien jedoch keine substantiellen Teile ausgeliefert worden, stellte ein Sprecher am Donnerstag klar. Dennoch soll das russische Heer eine Anzahlung geleistet haben, deren Höhe Kenner des Projektes mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag beziffern. Das russische Verteidigungsministerium hatte im Nachgang des jüngsten Exportstopps schon eine Schadensersatzklage angedroht.

          Rheinmetall ist mit einem Jahresumsatz von rund 2,2 Milliarden Euro der größter Hersteller von Kampfpanzern oder Artilleriesystemen in Europa.

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