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Nach gescheiterter Übernahme : Osram im Dilemma

Der Lichttechnik-Konzern Osram mit seinem Hauptsitz in München Bild: Reuters

Die Übernahme von Osram durch AMS ist gescheitert. Nun muss sich der Konzern schnell ändern. Gefordert sind dabei die Österreicher, die sich raffiniert als strategischer Kernaktionär positioniert haben.

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          Es muss nicht allein Habgier gewesen sein, dass nur jede zweite Aktie von Osram zu 41 Euro der AMS angedient worden ist. Anteilseigner des deutschen Konzerns für Lichttechnik, darunter viele Fonds, haben an der Fähigkeit des österreichischen Herstellers von Sensoren gezweifelt, das dreimal größere Unternehmen aus dem M-Dax zu verdauen. Die strategischen Pläne kamen zu geschmeidig und deshalb wenig überzeugend daher.

          Ursachenfindung ist aber nicht oberstes Gebot in einer Phase, in der Osram Verluste produziert und kaum finanziellen Spielraum für notwendige Investitionen in hochmoderne Lichtsysteme für die Auto- oder Elektroindustrie hat; und das in einem schwierigen Markt- und Wettbewerbsumfeld. Für die Münchner ist die Zukunft im Moment ungewisser denn je, nachdem die Übernahmepläne von AMS geplatzt sind. Ein Scheitern des Angebots hatten alle Beteiligten auf dem Schirm. Dass aber der sanftmütig auftretende, stets Optimismus verbreitende Vorstandsvorsitzende Alexander Everke trotz eines deutlich erhöhten Angebotspreises von 41 Euro und trotz einer gesenkten Mindestannahmeschwelle von 62,5 Prozent das Ziel so krachend mit 51,6 Prozent verfehlte, ist doch überraschend – und ein Zeichen für mangelndes Vertrauen.

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