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Nach Germanwings-Unglück : Dobrindt will unangemeldete Kontrollen von Piloten

  • Aktualisiert am

Trümmer der Germanwings-Maschine, die im März 2015 in den französischen Alpen verunglückt ist. Bild: dpa

Verkehrsminister Dobrindt beabsichtigt offenbar, Piloten deutscher Airlines unangekündigt auf Alkohol, Drogen und Medikamente zu testen. Die Pilotenvereinigung hält das für falsch.

          Den Piloten deutscher Airlines drohen im nächsten Jahr unangemeldete Kontrollen auf Alkohol, Drogen und Medikamente. Eine entsprechende gesetzliche Regelung will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im neuen Jahr im Bundeskabinett vorlegen, wie die „Bild am Sonntag“ berichtet.

          Dobrindt begründet sein Vorhaben mit Erfahrungen, die weltweit mit solchen Checks gemacht wurden: „Ich halte es für sinnvoll, dass Piloten stichprobenartig auf den Konsum von Alkohol, Drogen und Medikamenten kontrolliert werden. Experten weltweit sehen darin positive Effekte, die betriebliche Sicherheit in der Luftfahrt zu stärken.“ Wichtig sei es, so Dobrindt gegenüber der Zeitung, diese Kontrollen in die Verantwortung der Unternehmen selbst zu legen. „In den USA und Australien hat sich das Kontroll-System in dieser Form bereits etabliert, Europa sollte hier nachziehen.“

          Anlass für die Maßnahme ist der Absturz von German-Wings Flug 4U9525 am 24. März 2015 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen, bei dem alle 150 Menschen an Bord ums Leben kamen. Ermittlungen ergaben, dass Copilot Andreas Lubitz die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht hatte. Er war psychisch krank, nahm Medikamente und war fluguntauglich. Mit den Kontrollen soll so etwas in Zukunft verhindert werden. Die neue Regelung soll später auch auf europäischer Ebene umgesetzt werden.

          Kritik von Pilotenvereinigung „Cockpit“

          Markus Wahl von der Pilotenvereinigung „Cockpit“ kritisiert dem Bericht zufolge Dobrindts Pläne: „Die geplanten zufälligen Tests sind aus unserer Sicht absolut falsch! Sie haben nichts mit dem Germanwings-Unglück zu tun und stellen eine ganze Berufsgruppe unter Generalverdacht.“

          Die Pläne folgen der Empfehlung einer Taskforce, die das Bundesverkehrsministerium unmittelbar nach dem Absturz eingerichtet hatte. Dem Gremium gehörten Vertreter von Fluggesellschaften und Herstellern, Piloten, Flugbegleiter sowie psychologische und psychiatrische Sachverständige und Flugmediziner an. Die Kontrollen seien sinnvoll, so die Taskforce, wenn sie von Aufklärungs-, Präventions- und Hilfemaßnahmen der Airlines begleitet werden.

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