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Nach Gehaltsaffäre : Siemens-Betriebsratschef verzichtet auf Vertragsverlängerung

  • Aktualisiert am

Die Gehaltsaffäre hat Siemens erschüttert. Bild: dapd

Die Verlängerung des Vertrags von Siemens-Gesamtbetriebsratschef Adler war hoch umstritten. Schließlich hatte der Arbeitnehmervertreter sich in einer Gehaltsaffäre verheddert. Nun scheidet Adler Ende Mai aus.

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          Der Siemens-Gesamtbetriebsratschef Lothar Adler verzichtet nach dem Wirbel um sein Gehalt auf die umstrittene Verlängerung seines Vertrages. Das teilte der Elektrokonzern am Mittwochabend in München mit. Zuvor hatte bereits das „Handelsblatt“ über den Schritt berichtet. Adler, der Ende Mai 65 Jahre alt wird, scheidet dann mit Erreichen der regulären Altersgrenze bei Siemens aus. „Damit endet auch sein Mandat im Aufsichtsrat“, hieß es.

          Adler wollte ursprünglich über seinen 65. Geburtstag hinaus noch einige Monate weiter arbeiten. Dabei sei es ihm nicht um die Verlängerung seiner Amtszeit als Betriebsrat gegangen, hatte Adler in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur DPA im Oktober betont. Dieses Mandat erlösche mit der Neuwahl der Arbeitnehmervertreter im kommenden Frühjahr. Er wollte aber bis zur Hauptversammlung im Februar 2015 Siemens-Mitarbeiter bleiben - und sich dann auch aus dem Aufsichtsrat verabschieden, für den er bis 2017 gewählt sei.

          Lothar Adler will nun doch im Mai abtreten.

          Adlers Antrag hatte zu heftigen Turbulenzen geführt, der auch eine Ursache für den Abgang von Personalchefin Brigitte Ederer gewesen sein soll. Dabei wurde auch das Gehalt von bis zu 300.000 Euro Adlers bekannt. Siemens untersucht die Vorgänge. Adler hatte gesagt, er habe nach seiner Wahl an die Spitze des Betriebsrats Siemens gebeten, ein den Regeln der guten Unternehmensführung entsprechendes Gehalt zu ermittlen. Er habe keinen Anlass, an der Rechtmäßigkeit des von Siemens festgelegten Gehalts zu zweifeln.

          Siemens-Chef Joe Kaeser dankte in der Mitteilung Adler für seine Arbeit. Adler sei ein überzeugter und überzeugender Interessenwalter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens gewesen. „Ich habe großen Respekt vor seiner Lebensleistung“, sagte Kaeser. IG-Metall-Chef und Siemens-Aufsichtsratsvize Berthold Huber sagte, Adler habe als Betriebsratschef vorbildlich, geradlinig und couragiert gehandelt. „Sein erfolgreiches Wirken für die Interessen der Belegschaft verdient von uns allen großen Respekt.“

          Dass das Thema damit ausgestanden ist, scheint fraglich. Siemens beurlaubte nach Bekanntwerden der Gehaltserhöhung den Personalchef von Siemens Deutschland, die interne Untersuchung zu den Umständen der angeblichen Gehaltserhöhung bei Adler sind noch nicht abgeschlossen.

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