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Nach Fusion : Marchionne kündigt neuen Namen für Fiat-Chrysler an

  • Aktualisiert am

Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne Bild: REUTERS

Nach der Fusion von Fiat und Chrysler wird der Konzern einen neuen Namen bekommen. Wo der Sitz des Konzerns sein wird, ist noch unklar.

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          Nach der vollständigen Übernahme von Chrysler soll die Fiat-Chrysler-Gruppe einen neuen Namen erhalten. Das kündigte Konzernchef Sergio Marchionne in einem Interview der römischen Zeitung „La Repubblica“ an. Er hoffe, dass die komplette Übernahme bald vollzogen sei, sagte Marchionne. Wo der Sitz dieses neuen Auto-Konzerns sein werde, das hänge davon ab, an welcher Börse er gehandelt werde, also in Mailand oder New York. Das werde der Verwaltungsrat entscheiden.

          Fiat hatte die vollständige Übernahme von Chrysler am 1. Januar angekündigt, bis 20. Januar soll die Fusion abgeschlossen sein. Es entsteht der siebtgrößte Autohersteller der Welt.  Den fehlenden Anteil in Höhe von 41,5 Prozent des Eigenkapitals übernimmt Fiat vom gewerkschaftsnahe Pensionsfonds Veba für 4,35 Milliarden Dollar. Der Konzernchef erklärte dazu in dem Interview, er mache sich trotz Warnungen vor zu hohen Schulden und zu wenig Liquidität nach dem Chrysler-Kauf keine Sorgen. Eine Kapitalerhöhung schloss der Konzernchef aber erneut aus. „Das wäre eine Zerstörung des Wertes.“ Möglich wäre also die Ausgabe einer Wandelanleihe. Im Unterschied zu Fiat schreibt Chrysler schwarze Zahlen.

          Die Logos der beiden Automarken
          Die Logos der beiden Automarken : Bild: dpa

          Marchionne sagte „La Repubblica“, sein Ziel sei der Markt für Premium-Wagen. Auf dem Massenmarkt gebe es „viele Konkurrenten, geringe Margen und eine komplizierte Zukunft“. Fiat habe „fantastische“ Premium-Marken wie Alfa Romeo und Maserati.

          Alfa Romeo werde im April neue Modelle präsentieren, kündigte Marchionne an: Diese Modelle „werden das Image der Marke ändern, wir kehren zur Spitzenleistung zurück“. Dem Volkswagen -Konzern, der in der Vergangenheit wiederholt Interesse an der Traditionsmarke signalisiert hatte, erteilte Fiat-Chef Sergio Marchionne erneut eine harsche Absage. „Sie können gerne weiter davon träumen“, sagte Marchionne. Ein Verkauf sei ausgeschlossen.

          Lancia nur noch in Italien

          Fiat werde die frühere Prestigemarke Lancia nicht mehr außerhalb Italiens verkaufen, kündigte Marchionne an. Die Lancia-Produktion soll zudem auf das Ypsilon-Modell begrenzt werden.

          Die Fusion mit Chrysler bedeute „Auftrieb“ für Italien, wo Fiat der größte private Arbeitgeber ist, sagte Marchionne der Zeitung weiter. Alle Beschäftigten von Fiat in Kurzarbeit könnten in Vollzeit zurückkehren - „wenn der Absatzmarkt nicht erneut zusammenbricht“. Nach Schätzungen von Marktforschern sind die Werke in Italien nur zu 41 Prozent ausgelastet. Tausende Arbeiter befinden sich dort in Kurzarbeit.

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