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Nach dem Stresstest : Commerzbank spricht mit der Bundesregierung

Der jüngste Stresstest offenbarte eine Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro Bild: dapd

Die Commerzbank führt mit der Bundesregierung intensive Gespräche über weitere Staatshilfen. Dabei ging es wohl auch über eine Lösung der angeschlagenen Tochtergesellschaft Eurohypo .

          Die Commerzbank führt Gespräche mit der Bundesregierung und den Aufsichtsbehörden über ihre Kapitalausstattung. Dies verlautete am Montag aus Finanzkreisen. Die Commerzbank wollte dies nicht kommentieren. Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) hatte in der Vorwoche in ihrem Stresstest bei Deutschlands zweitgrößter Bank eine Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro festgestellt.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Montagabend, dass die Commerzbank mit der Bundesregierung intensive Gespräche über weitere Staatshilfen führe. Eine Grundsatzvereinbarung werde noch vor Weihnachten angestrebt, sagten Reuters zufolge mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen.

          Commerzbank-Vorstand hält die Eurohypo für unverkäuflich

          Die Commerzbank-Aktie war am Montag um 7,8 Prozent und damit deutlich stärker als der Gesamtmarkt eingebrochen. Dazu hatten auch Aussagen des Chefvolkswirts der Ratingagentur Standard & Poor’s, Jean-Michel Six, beigetragen, der Probleme einer großen deutschen Bank für möglich hält, ohne dabei aber auf die Commerzbank einzugehen. Vorstandsvorsitzender Martin Blessing, der auf neue Staatshilfen verzichten will, muss bis zum 20. Januar der EBA einen Plan vorlegen, wie die Kapitallücke geschlossen werden soll.

          Dabei spielten Überlegungen über eine Lösung der angeschlagenen Tochtergesellschaft Eurohypo eine wichtige Rolle, sagten Finanzkreise. Diese muss die Commerzbank nach Auflage der EU-Kommission bis Ende 2014 verkaufen. Aber wegen den hohen Beständen an Staatsanleihen aus Euro-Krisenländern und wackligen Immobilienkrediten hält der Commerzbank-Vorstand die Eurohypo für unverkäuflich. In den Gesprächen mit der Bundesregierung ginge es auch um die Übertragung von besonders riskanten Teilen der Eurohypo auf den wieder aktivierten Bankenrettungsfonds Soffin, hieß es in Finanzkreisen.

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