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Cum-Ex-Skandal : Anwalt Eckart Seith – Held oder Verräter?

Eckarth Seith Bild: Burkhardt Hellwig/Kanzlei Seith Miller Steinlein Partnerschaft/dpa

Dank seiner Hilfe sind Cum-Ex-Geschäfte aufgedeckt worden. Dafür riskiert Eckart Seith seinen Ruf und seine Freiheit. Über letztere entscheidet nun ein Gericht in der Schweiz.

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          Der Prozess am Bezirkgericht Zürich dauert schon fast fünf Stunden. Aber der Hauptangeklagte, für den Parlamentarier aus Berlin und Bern angereist sind und die deutsche Botschaft eigens einen Beobachter abstellt, hat noch kein Wort gesagt. Den Vormittag über hat Eckart Seith aufmerksam seinem Verteidiger zugehört, dessen Wortgefechten mit dem jungen Staatsanwalt und den stoischen Bemerkungen des Richters Sebastian Aeppli gelauscht.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Von dem breiten Interesse der Öffentlichkeit lässt sich Aeppli nicht erschrecken – dabei ist es überhaupt das erste Mal, das sich ein Strafgericht mit den „Cum-Ex-Fällen“ beschäftigt, dem größten Steuerbetrug in Europa der letzten Jahrzehnte. Diese von vielen Banken, Händlern und Investoren jahrelang betriebene Praxis hat dem deutschen Fiskus einen Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe eingebracht. Beim Handeln von Aktien rund um den Dividendenstichtag wurden mit komplexen Transaktionsstrukturen systematisch Steuerbehörden getäuscht. Die Kapitalertragsteuer wurde mehrfach zurückerstattet. In der gesamten EU wird der Steuerschaden nach unsicheren Schätzungen auf bis zu 55 Milliarden Euro taxiert.

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