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Nach dem Abgang : Berggruen räumt Fehler bei Karstadt ein

  • Aktualisiert am

Nicolas Berggruen Bild: AFP

Der gescheiterte ehemalige Karstadt-Investor Nicolas Berggruen übt Kritik an sich selbst: Es sei falsch gewesen, keine Standorte zu schließen und zunächst alle Mitarbeiter zu behalten.

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          Der gescheiterte ehemalige Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen räumt entscheidende Fehler ein. Einer sei gewesen, „dass wir nicht früher und entschiedener bei der Sanierung vorgegangen sind und im Grunde notwendige Einschnitte vermieden haben“, erklärte er gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Und meint damit konkret: „Wir hatten zugesagt, dass wir keine Standorte schließen und in den ersten beiden Jahren alle Mitarbeiter behalten.“ Das sei „strikt eingehalten“ worden. „Aber das hat uns ab 2013 in eine sehr schwierige Situation gebracht. Jede strukturelle Änderung, die wir eingefordert haben, stieß auf Widerstand.“

          Der einstige Karstadt-Hoffnungsträger Berggruen hatte vor beinahe einer Woche die Warenhauskette an den österreichischen Immobilien-Investor Réne Benko abgegeben und sich selbst damit komplett aus dem Unternehmen zurück gezogen. Der neue Eigentümer dürfte nun Einschnitte vornehmen - auch dass Warenhäuser komplett geschlossen werden, gilt als wahrscheinlich.

          „Am Anfang tut es weh“

          Vor einiger Zeit hatte der Karstadt-Aufsichtsratsvorsitzende Stephan Fanderl gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gesagt, er mache sich um die Profitabilität von mehr als 20 Warenhaushäusern Sorgen. Insgesamt betriebt das Essener Traditionsunternehmen 83 Filialen, die in Summe Verlust machen.

          Berggruen hält den neuen Eigentümer Benko und dessen Holding-Gesellschaft Signa für besser in der Lage als sich selbst, harte Sanierungsschritte auf den Weg zu bringen: „Signa ist jetzt keine Kompromisse eingegangen mit den Mitarbeitern und Verdi. Signa hat darum mehr Freiheiten.“

          Und an die Gewerkschaften gerichtet sagte er: „Wenn der neue Eigentümer nun Restrukturierungen vornehmen sollte, wird Verdi vielleicht auch nicht glücklich sein.“ „Am Ende sollten sich die Arbeitnehmervertreter allergins überlegen, was gut für Karstadt sei. „Manchmal ist es bei einer Sanierung eben so: Am Anfang tut es weh, aber langfristig hilft es.“

          Wie genau die neuen Schritte aussehen, um das Unternehmen zukunftsfähig zu machen, darüber dürften nach einer eigentlich für diesen Donnerstag anberaumten, aber kurzfristig verschobenen Aufsichtsratssitzung, Details bekannt werden. Für den neuen Eigentümer, der sich bisher überwiegend auf die Entwicklung hochwertiger Innenstadtimmobilien konzentriert und in den letzten fünfzehn Jahren ein europäisches Immobilienvermögen von mehr als 6,5 Milliarden Euro aufgebaut hat, ist das operative Handelsgeschäft Neuland

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