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Nach Crommes Abgang : Beitz will als Chef der Krupp-Stiftung weitermachen

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Berthold Beitz (l.) und der zurück getretene Thyssen-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme Bild: dpa

„Größenwahn“ habe es in den vergangenen Jahren bei Thyssen gegeben, sagt Industrie-Ikone Berthold Beitz. Wer dem 99-jährigen einmal nachfolgt, sei offen. Seine Tochter werde es nicht sein.

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          Berthold Beitz will an der Spitze der Essener Krupp-Stiftung bleiben und keinen Nachfolgekandidaten nominieren. „Ich mache weiter, solange ich das kann und noch klar im Kopf bin“, sagte der 99 Jahre alte Unternehmenslenker der „Süddeutschen Zeitung“. Die Krupp-Stiftung hält 25,3 Prozent an dem von Milliardenverlusten, Kartellverstößen und Korruptionsvorwürfen erschütterten Thyssen-Krupp-Konzern.

          Mit Blick auf den Rücktritt von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme sagte Beitz: „Über Jahre habe ich gehört, bald werde alles besser, aber es wurde immer schlimmer. Ich musste einfach handeln.“ In Kreisen der Firma habe sich in den vergangenen Jahren „Größenwahn“ abgezeichnet. Cromme hatte vor zehn Tagen angekündigt, sich aus dem Aufsichtsrat und der mächtigen Krupp-Stiftung zurückzuziehen. Aktionärsvertreter hatten Cromme für das Desaster mit den neuen Stahlwerken in Übersee mitverantwortlich gemacht, die ThyssenKrupp nun verkaufen will.

          Hiesinger hat „volles Vertrauen“

          Beitz sagte weiter, Konzern-Chef Heinrich Hiesinger habe jetzt sein „volles Vertrauen“. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Industriekonzern schon in wenigen Jahren „wieder gut dastehen“ werde. Beitz will die Frage, wer ihm einst folgen wird, dem Kuratorium der Stiftung überlassen. Spekulationen, dies werde seine eigene Tochter sein, wies er zurück: „Das ist ausgeschlossen.“ Beitz kündigte an, dass die Stiftung, wenn er einmal ausscheidet, eine neue Struktur haben werde: „Schon deshalb wird es keinen neuen Beitz mehr geben.“ Künftige Vorsitzende würden wie bei anderen Stiftungen auch vom Kuratorium gewählt; dessen Vorsitzender sollte nicht auch Chef des Konzerns sein.

          Auf die Frage, ob die Stiftung einer möglichen Kapitalerhöhung zustimmen würde, äußerte sich Beitz nur indirekt. Die Stiftung würde damit ihre Sperrminorität verlieren. Die Machtstellung der Stiftung sei kein Selbstzweck. Sie habe vor Jahren die entscheidenden Aktienanteile erworben, um Thyssen-Krupp vor Aufkäufen und feindlichen Übernahmen zu retten. „Ich werde mich keinem Schritt verweigern, der zum Wohle der Firma ist.“

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