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Urlaubsfahrten : Naturschutzbund kritisiert Umweltbilanz von Kreuzfahrtschiffen

  • Aktualisiert am

Schneidet noch einigermaßen gut ab: das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 6“ von Tui Bild: dpa

Schweröl als Treibstoff und kaum Abgasreinigung: Aus Umweltsicht sei kein einziges Kreuzfahrtschiff empfehlenswert. Die Reedereien weisen die Kritik zurück.

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          Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat die Kreuzfahrt-Reedereien scharf kritisiert. Kein einziges Kreuzfahrtschiff in Europa sei aus Umweltsicht uneingeschränkt empfehlenswert, hieß es am Dienstag bei der Vorstellung des jährlichen Kreuzfahrt-Rankings in Hamburg. Besonders schwer wiegt in den Augen der Umweltschützer, dass alle Reedereien weiterhin mit Schweröl führen. Der Nabu verwies daneben auf verdeckte Messungen an Bord von Kreuzfahrtschiffen, die eine hohe Belastung mit krebserregenden Rußpartikeln zeigten. Auch in den großen Häfen gebe es massive Luftbelastungen.

          Am besten schneiden in der Rangliste noch die beiden Anbieter Tui und Hapag-Lloyd ab: Sie verwenden nach Angaben des Nabu immerhin einen Stickoxidkatalysator. Als besonders umweltschädlich stufte der Naturschutzbund die Unternehmen Costa, MSC und Royal Caribbean ein. Der Grund: “keinerlei relevante Aktivitäten zum Schutz von Umwelt und Gesundheit“. Insbesondere diese Anbieter “verweigern sich mit ihrer bestehenden Flotte komplett dem Umwelt- und Klimaschutz“, sagte Nabu-Geschäftsführer Leif Miller laut Pressemitteilung. Er kritisierte das Unternehmen Aida Cruises, das zwar Investitionen in Abgassysteme angekündigt, aber nicht umgesetzt habe. Auch ein Jahr nach Einführung der neuen Schiffsgeneration sei bei der Aida Prima kein Abgasfilter im Einsatz. Dem widersprach allerdings Aida Cruises: Sechs Schiffe der Flotte - darunter die "Aida Perla" und "Aida Prima" - verfügten über Systeme zur Abgasnachbehandlung. Wo es die Genehmigung zum Betrieb der Systeme gebe, würden diese auch genutzt.

          Auch der Kreuzfahrtverband Clia kritisierte die Darstellung des Nabu. Bereits seit 2015 gelte zum Beispiel in der Nord- und Ostsee ein Schwefel-Grenzwert von 0,1 Prozent. Das bedeute, dass dort kein Schiff mehr mit Schweröl fahren darf, ohne eine Filtertechnik an Bord zu haben. Die Behauptung, dass alle Schiffe mit Schweröl fahren, treffe ebenfalls nicht zu. Sämtliche Kreuzfahrtschiffe erfüllten die gesetzlichen Grenzwerte oder gingen darüber hinaus.

          Kritik gab es von Clia auch an den Messmethoden des Nabu. Diese entsprächen nicht wissenschaftlichen Standards. Grundsätzlich verfolge man aber das gleiche Ziel: eine Reduzierung der Emissionen und den Schutz der Umwelt.

          Eine positive Teilentwicklung sieht auch der Nabu. Besserung sei ab 2018 in Sicht, wenn die ersten komplett mit Flüssigerdgas (LNG) betriebenen Schiffe in Dienst gestellt werden. Das erste wird die "Aida Nova" sein, die im Dezember 2018 an den Start gehen soll.

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