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Musikrechte : Bertelsmann engagiert sich im Musikgeschäft

Spülen Geld in die Kassen: Die Musikrechte der Band A-ha gehören weiterhin Bertelsmann Bild: dpa

Der Gütersloher Medienkonzern will gemeinsam mit KKR wieder groß in das Geschäft mit Musikrechten einsteigen. Die Kooperation ermöglicht neuen Spielraum. Eröffnet der Tod von Michael Jackson die erste gute Kaufgelegenheit?

          „Und am Ende der Straße steht ein Haus am See. Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg.“ So singt Peter Fox in seinem Lied „Haus am See“. Wann immer dieser Erfolgstitel im Radio läuft, klingelt bei Bertelsmann die Kasse, genauer: bei BMG Rights Management in Berlin. Die Tochtergesellschaft des Gütersloher Medienkonzerns produziert keine Musik. Als Dienstleister vermarktet BMG für Komponisten und Song-Schreiber die Rechte an deren Werken. Dazu gehört unter anderem, Lizenzen für urheberrechtlich geschützte Melodien zu vergeben, die in Werbespots, als Klingelton oder im Internet genutzt werden sollen. Dieses Geschäft will Bertelsmann gemeinsam mit dem amerikanischen Beteiligungsunternehmen KKR jetzt wieder deutlich ausbauen.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Die Gütersloher haben sich mit KKR darauf verständigt, ein Gemeinschaftsunternehmen zu gründen. KKR übernimmt mit 51 Prozent die Mehrheit an dem Gemeinschaftsunternehmen BMG Rights Management, wie beide Partner am Mittwoch mitteilten. Operativ geführt werden soll das Geschäft aber weiterhin vom Bertelsmann-Manager Hartwig Masuch. KKR bringt zunächst 50 Millionen Euro ein, bis zu 200 Millionen könnten in den kommenden Jahren für mögliche Übernahmen hinzukommen, wie eine Sprecherin ergänzte. Auch Bertelsmann wäre bereit, in diesem Fall Kapital zur Verfügung zu stellen. So könnte das neue Unternehmen auch größere Akquisitionsziele verfolgen.

          Der Verlag gehörte zur Hälfte dem verstorbenen Michael Jackson

          Offenbar haben die Partner schon einige Zielobjekte ins Visier genommen. Spruchreif ist allerdings noch nichts, heißt es in gutinformierten Kreisen. Gerüchte, wonach sie bereits die Angel nach dem EMI-Musikverlag ausgeworfen hätten, haben sich bisher nicht bestätigt. Das ist insofern verständlich, als noch gar nicht klar ist, ob der strauchelnde Musikkonzern EMI überhaupt einen Verkauf des eigenen Musikverlags, des wohl wichtigsten Vermögenswerts im Konzern, erwägt. EMI Music Publishing ist mit einem Marktanteil von 18,3 Prozent der zweitgrößte Musikverlag der Welt hinter Universal Music Publishing (23,2 Prozent). Auf Platz vier (hinter Warner Chappell) liegt mit 11,7 Prozent Marktanteil Sony-ATV. Dieser Musikverlag gehörte zur Hälfte dem verstorbenen Sänger Michael Jackson.

          Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski bleibt an Musikrechten interessiert

          Die Beteiligung gilt als der wertvollste Vermögensgegenstand, den der Popkönig hinterlassen hat. Sony-ATV hält die Rechte an rund einer halben Million Liedern, darunter die zahlreicher Beatles-Klassiker wie „Yesterday“, „Hey Jude“ und „Let it be“. Sollte Jacksons Beteiligung auf den Markt kommen, werden BMG/KKR sicherlich ein Auge darauf werfen. Michael Jackson hatte die Rechte an seinen eigenen Liedern nie aus der Hand gegeben. Er hatte sie in einem Unternehmen namens Mijack Music gebündelt. Auch dieser Musikverlag könnte für BMG interessant sein, sofern er zum Verkauf feilgeboten wird.

          Die Musikoffensive von Bertelsmann ist verwunderlich

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