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Musikfonds Hipgnosis : Musikverrückte Unternehmer erzielen Rendite mit Pophits

Die Gründer von Hipgnosis: Merck Mercuriadis (links) und Nile Rodgers (rechts) Bild: Unternehmen

Die Geschäftsidee, mit Rechten an Popsongs Geld zu verdienen, begeistert auch die Börse. Hinter dem Fonds stehen zwei Gründer, die sich nicht nur mit Musik bestens auskennen.

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          Wer mit Merck Mercuriadis, dem Chef und Gründer des Songrechte-Fonds Hipgnosis, ein Gespräch beginnt, muss darauf vorbereitet sein, die erste Frage gestellt zu bekommen. Die lautet gerne: „Welchen Songkatalog würden Sie kaufen?“ Mit der Antwort kann man schnell danebenliegen, denn Mercuriadis ist musikverrückt, und das im positiven Sinn. Umso besser fällt der Gesprächsauftakt aus, wenn man den Musikgeschmack des 56 Jahre alten Kanadiers mit einer Plattensammlung von – nach seinen Angaben – 100.000 Exemplaren trifft.

          Antwortet sein Gesprächspartner wie aus der Pistole geschossen: „den von Clash“, dann lässt sich das als erfreulicher Gesprächsauftakt werten. Die britische Punk-Legende Clash gehört zu den Lieblingsbands von Mercuriadis, der griechischer Abstammung ist. Popmusik ist sein Lebenselixier: „Ihre besten Zeiten feiern die Menschen mit Musik, ebenso suchen sie in schwierigen Phasen wie der Corona-Krise Zuflucht in Musik.“

          Mercuriadis muss es wissen, schließlich arbeitet er seit mehr als 40 Jahren im Musikgeschäft, darunter auch für Virgin Records von Richard Branson. Den Anlegern preist er Musik als ein von der Entwicklung an den Kapitalmärkten völlig unabhängiges Produkt an. Er hat sich auf diesem Gebiet einiges vorgenommen, sein Songrechte-Fonds Hipgnosis soll die Musikwelt aufmischen.

          An der Börse kommt das gut an. Die Investoren ziehen bei den Kapitalerhöhungen begeistert mit. Die Hipgnosis-Aktie hat die Corona-Krise sehr gut überstanden und zulegen können. Grund für die Zuversicht bietet das wachsende Geschäft mit Streamingdiensten wie Spotify, Apple Music, Amazon Music oder des chinesischen Technologiekonzerns Tencent.

          Tantiemen aus dem Streaming

          Wird ein Song aus dem Hipgnosis-Bestand irgendwo in der Welt auf Computer, Smartphone oder Tablet gestreamt, dann kassiert der Fonds Tantiemen. Insbesondere in Wachstumsmärkten wie China oder Indien winkt den Streamingdiensten enormes Potential. Die Rechte an Pophits haben noch weitere Ertragschancen. Das gilt vor allem für Lizenzgebühren aus Filmen, Computerspielen und Werbespots.

          Fast wöchentlich kauft Mercuriadis, der früher Stars wie Beyoncé, Elton John, Guns n’ Roses, Iron Maiden oder Pet Shop Boys betreut hat, derzeit Liedrechte. Am vergangenen Freitag kam der von der Pretenders-Sängerin Chrissie Hynde („Brass in Pocket“) hinzu. Anfang vergangener Woche wurde der Musikverlag Big Deal Music erworben, der Songrechte von aktuellen Popacts wie Shawn Mendes, One Direction oder Panic At The Disco besitzt.

          Anfang August kaufte Hipgnosis – der Name ist auf die für die Plattencover von Pink Floyd, Genesis oder Led Zeppelin verantwortliche britische Grafikdesign-Agentur Hipgnosis zurückzuführen – den Katalog der New Yorker Punk- und New-Wave-Band Blondie. Auch die Popballaden eines Barry Manilow gehören dazu.

          Vor zwei Wochen kamen 50 Prozent an den Songrechten des Hip-Hop-Musikers Robert „RZA“ Diggs hinzu, einst Mitglied der einflussreichen Rapper vom Wu-Tang Clan. Und kürzlich wurde der Katalog des kalifornischen Hardrockers Nikki Sixx erworben, der einst die Skandalgruppe Mötley Crüe anführte.

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