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Musikmarkt : Erstmals mehr als 100 Milliarden Streams in Deutschland

Das Weihnachtslied „All I Want For Christmas Is You” von Mariah Carey war der am meisten innerhalb eines Tages gestreamte Titel. Bild: AP

Die Deutschen streamen so viel Musik wie nie zuvor. Neue Rekordwerte dürften folgen. In anderen Ländern dürfte das Wachstum dagegen abflauen.

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          Die deutschen Musikhörer sind zwar im Vergleich zu Amerikanern oder Briten Spätstarter, aber Spotify und Co. boomen längst auch in Deutschland. Im vergangenen Jahr standen nun erstmals mehr als 100 Milliarden Streams zu Buche, wie GfK Entertainment und der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) am Mittwoch mitteilten. Insgesamt wurden 107 Milliarden Abrufe gezählt. Das Weihnachtslied „All I Want For Christmas Is You” von Mariah Carey war der am meisten innerhalb eines Tages gestreamte Titel. Am 24. Dezember wurde er 3,2 Millionen Mal abgerufen.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der neue Rekordwert sei nicht nur ein Meilenstein, sondern unterstreiche auch die „weiterhin erhebliche Dynamik in diesem Bereich“, sagte Florian Drücke, der Vorstandsvorsitzende des BVMI. 2018 generierten die Deutschen noch 79,5 Milliarden Streams, während es 2017 rund 56,4 Milliarden waren. Grundlage der Auswertung waren werbebasierte und kostenpflichtige Musik-Streams ab einer Länge von 31 Sekunden. Dieser Wert ist nicht zufällig gewählt. Erst wenn ein Lied länger als 30 Sekunden gehört wird fließt auch Geld an Labels und über diese wiederum an die am Werk beteiligten ausführenden Künstler und Songwriter.

          Streaming der Wachstumstreiber schlechthin

          Mittlerweile sind die Einnahmen aus dem Streaming der wichtigste Umsatztreiber der deutschen Musikindustrie. So wurden 2018 insgesamt 1,58 Milliarden Euro umgesetzt, rund 46 Prozent davon machte das Streaming aus. Damit war 2018 das Jahr, in dem die CD auch in Deutschland vom Streaming überholt wurde. Ihr Anteil am Umsatz belief sich noch auf 36,4 Prozent.

          International stand auf dem Markt für Musikaufnahmen 2018 ein Umsatz von 19,1 Milliarden Dollar zu Buche, auch hier war das Streaming mit 8,9 Milliarden Dollar wie schon in den Jahren zuvor der stärkste Wachstumstreiber, während die physischen Tonträger weiter an Boden verloren.

          Das Wachstum im Streamingbereich dürfte in den großen Märkten wie Amerika, Großbritannien, aber auch Australien und Kanada 2020 allerdings abflauen, prognostiziert der Branchenfachmann vom britischen Beratungsunternehmen Midia Research Mark Mulligan. In Deutschland hingegen gebe es noch einiges an Potential, so Mulligan im Gespräch mit der F.A.Z. Als wichtige Wachstumsmärkte gelten in der Branche zudem China, Indien, Brasilien und viele Länder in Afrika.

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