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Amerikanischer Medienmogul : Der Trump-Streichler Rupert Murdoch

Rupert Murdoch Bild: Ullstein

Donald Trump hat ein gestörtes Verhältnis zu den Medien. Das gilt aber nicht für Rupert Murdoch und sein Imperium. Dabei war Murdoch nicht immer ein Fan des Präsidenten.

          4 Min.

          Schade, dass Rupert Murdoch nicht mehr twittert. Der letzte Eintrag des Medienmoguls auf der Kurznachrichtenplattform datiert auf den 4. März 2016. Das war ein besonderer Tag für ihn, er heiratete damals Jerry Hall, seine vierte Frau. In seinem Abschieds-Tweet bekundete Murdoch, er fühle sich wie der glücklichste Mann auf der Welt, und er wolle nun das Twittern für zehn Tage oder auch für immer sein lassen. Seither ist Funkstille, und der Öffentlichkeit entgehen die zuvor immer recht aufschlussreichen und bisweilen sehr wortgewaltigen Einblicke in seine Gedankenwelt.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Interessant wäre es vor allem zu erfahren, was der 85 Jahre alte Unternehmer über Donald Trump zu sagen hat. In seiner aktiven Twitter-Zeit war das nicht immer allzu schmeichelhaft. Einmal schrieb er: „Wann wird Donald Trump aufhören, seine Freunde zu blamieren, ganz zu schweigen vom ganzen Land?“ Ein anderes Mal bedrängte er den früheren New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, in das Rennen um die amerikanische Präsidentschaft einzusteigen. Aber in einem seiner letzten Tweets schlug Murdoch schon mildere Töne an und sagte, es wäre „verrückt“ von den Republikanern, nicht hinter Trump zu stehen, sollte seine Nominierung als Kandidat der Partei unausweichlich werden.

          Nicht immer mit Samthandschuhen angefasst

          Womöglich wäre Murdoch heute, nachdem sich Trump nicht nur die Nominierung, sondern auch die Präsidentschaft gesichert hat, sogar noch um einiges freundlicher. Sein Verhältnis zum neuen Präsidenten sorgt im Moment für einigen Gesprächsstoff. Es mehren sich die Fragen, ob Murdoch sein riesiges Medienkonglomerat dazu nutzt, um sich Trumps Gunst zu sichern. Diese Mutmaßungen beschränken sich nicht auf den ohnehin als stramm konservativ bekannten Nachrichtenkanal „Fox News“. Selbst das „Wall Street Journal“, ein Juwel des amerikanischen Journalismus, das seit knapp zehn Jahren zu Murdochs Imperium gehört, ist in den Verdacht geraten, zu zahm mit Trump umzugehen. Was umso schwerer wiegt, als Murdoch bei der Übernahme versprochen hatte, die journalistische Unabhängigkeit der Publikation sicherzustellen.

          In dieser Woche gab es sogar eine Betriebsversammlung der Zeitung, auf der die Vorwürfe das beherrschende Thema waren. Chefredakteur Gerard Baker verteidigte die Publikation und nannte es Fake News, dass sie zu Trump-freundlich sei. Dass er es überhaupt für notwendig hält, sich zu rechtfertigen, ist aber bemerkenswert. Umso mehr, als die Bedenken auch aus den eigenen Reihen kommen. Medienberichten zufolge gab es eine Serie interner Mails, in der Redakteure beklagten, die Zeitung versuche, aggressive Berichterstattung über Trump und seine Regierung zu unterdrücken. Baker hatte kürzlich die Redaktion angewiesen, nicht mehr zu schreiben, der jüngst von Trump verhängte Einreisestopp treffe „mehrheitlich muslimische Länder“. Stattdessen schlug er eine religionsneutrale Formulierung vor, wie sie auch von Trump verwendet wird.

          Es ist gewiss nicht so, dass das „Wall Street Journal“ Trump immer mit Samthandschuhen anfasst. Auf den Kommentarseiten wird er oft kritisiert, und es gab auch eine Reihe wenig schmeichelhafter Geschichten über ihn, etwa über seine Interessenkonflikte. Aber die ganz großen Enthüllungen rund um Trump kamen meist von der „New York Times“ oder der „Washington Post“. Manche Beobachter meinen, viele Beiträge im „Wall Street Journal“ seien darauf ausgerichtet, es sich nicht mit Trump zu verscherzen und den Zugang zu ihm zu erhalten. Und Zugang hat das Blatt offenbar. Denn es bekam das erste Interview mit Trump nach seiner Wahl im November. Geführt wurde es von Baker und einer mittlerweile ausgeschiedenen Redakteurin, die während des Wahlkampfs einmal stolz ein Foto aus dem Privatjet von Trump auf Twitter stellte.

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