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Münchner Start-up : Waldbrände aus dem All bekämpfen

So groß wie ein Schuhkarton: Satellit von Ororatech Bild: Orora Tech

Das Münchner Start-up Ororatech entwickelt ein KI-basiertes Frühwarnsystem auf Basis von Wärmebildern. Nun wird ein erster eigener Satellit ins All geschickt.

          2 Min.

          Thomas Grübler treiben Bilder an, wie sie Ende vergangenen Jahres in Amerika zu sehen waren. Im amerikanischen Bundesstaat Colorado fraßen sich in Windeseile Brände durch ganze Landstriche und zerstörten rund 1000 Gebäude und wichtige Infrastruktur. Rund 35. 000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Das Münchner Start-up Ororatech, dessen Mitgründer und Chef Grübler in Personalunion ist, will helfen, solche verheerenden Brände früher zu erkennen und zu melden. „Wer rechtzeitig darüber informiert wird, dass ein Feuer zur Gefahr wird, kann sich und sein Hab und Gut in Sicherheit bringen“, sagt Grübler.

          Ilka Kopplin
          Wirtschaftskorrespondentin in München.

          Dafür hat das Team aus Grübler und den drei weiteren Gründern Björn Stoffers, Florian Mauracher und Rupert Amann im Jahr 2018 aus der Technischen Universität München heraus Ororatech gegründet. Das Start-up hat ein auf Künstlicher Intelligenz basiertes Frühwarnsystem entwickelt, das Bilder aus dem All auswertet. Bislang nutzen die Tüftler dafür Bilder beispielsweise von dem europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus. Allerdings gibt es mit den bestehenden Systemen eine Beobachtungslücke zwischen dem frühen Nachmittag und dem Abend. Die soll eine Flotte eigener Satelliten schließen.

          Dafür schicken die Entwickler nun ihren ersten eigenen Mini-Satelliten, der nur die Größe eines Schuhkartons hat, in den Orbit. In rund 525 Kilometer Höhe soll er die Erde umkreisen und hochauflösende Wärmebilder der Oberfläche erfassen. Der Satellit selbst kommt dabei von dem luxemburgischen Partnerunternehmen Spire. Ororatech hat wiederum seine Technik integriert, die man bislang nur in Drohnen ausprobiert hat. Nun muss sie sich im Weltall beweisen.

          Noch nicht profitabel

          Der Clou des Systems: An Bord des Mini-Satelliten befindet sich neben einer Wärmebildkamera auch ein Modul, das direkt die gesammelten Daten analysiert. Verschiedene Daten zu Wetter und Vegetation werden ebenfalls einbezogen. „Wir erfassen mit unserer Technik aus einer großen Entfernung sowohl mittelwellige als auch thermische Infrarotstrahlung“, sagt Grübler. Das System erkenne die für Brände charakteristischen Temperatursignaturen schon im Weltraum und sende die Daten dann zur Erde. „Unsere KI-basierte Software sorgt dafür, eindeutig erkannte Waldbrände sofort zu melden“, sagt Grübler. Demnach verringert sich durch die Technologie die Zeitspanne zwischen Feuererkennung und abgesetztem Alarm von zwei Stunden auf nur wenige Minuten.

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          Ororatech hat mittlerweile rund 60 Mitarbeiter und verschiedene Risikokapitalgeber wie Apex, Ananda Impact oder Findus Ventures. Das Potential ist schließlich groß: Schon heute hat Ororatech für seine Frühwarn-Software verschiedene Kunden, darunter besonders brandgefährdete Regionen wie Tasmanien oder New South Wales in Australien, auch kommerzielle Forstbetriebe in Südamerika nutzten das System, sagt Grübler. Neben Feuerwehren ist es auch für Versicherungen und landwirtschaftliche Betriebe interessant. So lässt sich damit perspektivisch die Verdunstung von Wasser im Boden messen.

          Profitabel ist Ororatech noch nicht, das Geld fließt in die weitere Entwicklung, sagt Grübler. Dem ersten Mini-Satelliten, der an diesem Donnerstagnachmittag mit der Trägerrakete Falcon 9 des amerikanischen Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk in den Orbit gebracht werden soll, sollen schon Ende des Jahres weitere folgen. Im nächsten Jahr soll dann mit den Erfahrungen der ersten Prototypen eine Flotte von acht Satelliten ins All gebracht werden. Langfristig soll ein ganzer Schwarm eine Vielzahl von Datenpunkten liefern.

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