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Münchner Privatbankier : August von Finck mit 91 Jahren gestorben

August von Finck während der Eröffnung der Opernfestspiele mit der Premiere „Tosca“ in München im Juni 2010 Bild: Brauer Photos

Der Münchener Privatbankier August von Finck ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Es fiel ihm schwer, aus dem Schatten des Vaters herauszutreten. Doch als Miteigentümer von Mövenpick hatte er großen Einfluss.

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          Der Münchner Milliardär August von Finck junior ist in London gestorben. Das meldete der „Münchner Merkur“. Ein Freund und langjähriger Mitarbeiter bestätigte der Zeitung die Nachricht. August von Finck junior galt als einer der reichsten Deutschen.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Der Bankier und Unternehmer war unter anderem Hauptaktionär der Schweizer Restaurant- und Hotelgruppe Mövenpick und gründete den Degussa Goldhandel. Er war öffentlichkeitsscheu und siedelte schon vor vielen Jahren mit seinem beträchtlichen Vermögen in die Schweiz über. Dort lebte er zurückgezogen auf dem Schloss Weinfelden im Kanton Thurgau.

          August von Finck war Sohn des gleichnamigen Bankiers, der einst das Münchner Geldhaus Merck Finck & Co zu einer angesehenen Adresse gemacht hatte. Seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gehörte die Familie zur Spitze des deutschen Geldadels.

          Der Erfolg des Vaters lastete auf den Schultern August von Fincks

          Der Junior wollte eigentlich Landwirt werden. Vielleicht wusste er schon damals, wie schwer es sein würde, dem Vergleich mit dem Vater standzuhalten. 1973 wurde er Teilhaber der Privatbank, nach dem Tod des Vaters 1980 deren Chef.

          August von Finck junior versuchte einiges anders zu machen und kaufte die Brauerei Löwenbräu, die er beinahe ruinierte. Er beteiligte sich am Gastronomie-Konzern Mövenpick und tauschte dort die Führung mehrfach aus. So erfolgreich wie sein Vater war er nie. Für die Öffentlichkeit recht überraschend trennte sich der Baron 1990 von der Münchner Privatbank und siedelte schrittweise in die Schweiz um.

          Doch der Verkauf der Bank brachte ihm im hohen Alter noch einmal juristischen Ärger mit seinem jüngeren Halbbruder Helmut von Finck ein. Dieser behauptete vor gut zehn Jahren, August von Finck habe gegen den letzten Willen des Vaters verstoßen, als er das Bankhaus an die britische Barclays Bank verkauft hatte.

          Obwohl er öffentliche Auftritte stets gemieden hatte, sorgte sein Name immer wieder für Aufsehen. Zuletzt wurde bekannt, dass von Finck dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler (CSU) einen hohen Millionenbetrag für Beratertätigkeiten gezahlt haben soll mit dem Auftrag, gegen die Euro-Rettung vor dem Bundesverfassungsgericht zu klagen. August von Finck wurde 91 Jahre alt.

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