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Brennende Motoren : BMW muss in Südkorea Millionenstrafe zahlen

  • Aktualisiert am

Autos von BMW parken in der Nähe eines Service-Centers in Seoul. Bild: dpa

Fast neun Millionen Euro muss die deutsche Premiummarke zahlen, weil ihre Motoren Feuer fingen. Weitere Schwierigkeiten könnten folgen: Der Staatsanwalt nimmt BMW ins Visier.

          BMW muss in Südkorea umgerechnet fast 9 Millionen Euro Strafe zahlen, weil der Autohersteller nach Ansicht koreanischer Ermittler mehr als 20.000 Autos mit einem gefährlichen Defekt zu spät zurückgerufen hat. Zudem drohen BMW strafrechtliche Konsequenzen, weil der Konzern die Gefahr von Bränden in seinen Autos verschleiert haben soll, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Das südkoreanische Verkehrsministerium will demnach seine Untersuchungsergebnisse der Staatsanwaltschaft übergeben und Strafanzeige stellen.

          Seit Anfang des Jahres gingen mehrere BMWs in Südkorea in Flammen auf, es geht um fast 40 Fälle seit Januar. Ein Team von Ermittlern habe den Defekt untersucht, teilte das Verkehrsministerium an diesem Montag mit. Es kam zu dem Ergebnis, dass bei den betroffenen Dieselautos Kühlflüssigkeit austreten und den Motor in Brand setzen kann. Die Absatzzahlen von BMW in Südkorea fielen um rund 10 Prozent bis Ende November.

          Die BMW-Niederlassung in Südkorea entschuldigte sich nach der Ankündigung des Ministeriums und kündigte an, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten. Gegenüber dem „Deutschlandfunk“ teilte die Abteilung mit, sie teile die Einschätzung, dass die Feuer von Lecks in den Kühlern verursacht worden seien. Zum Vorwurf, die Schwere des Problems heruntergespielt zu haben, äußerte sich das Unternehmen nicht.

          Der Autohersteller reagierte im August mit einem Rückruf von 106.000 koreanischen BMWs. Der Regierung ging das Vorgehen nicht weit genug, sie verhängte zusätzlich ein Fahrverbot für rund 20.000 Autos.Da die in Korea verkauften Dieselfahrzeuge nach BMW-Angaben baugleich mit den in Europa verkauften Modellen sind, rief der Konzern auch in Europa 323.700 und in Deutschland 96.300 Dieselfahrzeuge in die Werkstätten zurück. Da auch bei anderen Modellen Probleme auftauchten, weitete BMW den Rückruf im Oktober auf 1,6 Millionen Fahrzeuge weltweit aus. Betroffen sind auch die populären Baureihen 320d und 520d, wenn die Fahrzeuge zwischen 2011 und 2016 gebaut wurden.

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