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Monte Paschi : Schuldentausch bringt italienischer Problembank wohl eine Milliarde

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Statue vor dem Hauptsitz der Bank Monte Paschi in Siena. Bild: Reuters

Die italienische Bank Monte Paschi braucht dringend neues Kapital, und zwar eine Menge. Ob ihr das gelingt, hängt auch mit dem Referendum am Sonntag zusammen. Einen Schritt hat sie nun offenbar geschafft.

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          Die angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena hat mit einer Schuldenumwandlung offenbar mehr als eine Milliarde Euro aufgenommen. Das hätten vorläufige Daten ergeben, teilte das drittgrößte Geldhaus des Landes mit. Die endgültigen Ergebnisse sollen erst am Montag bekanntgegeben werden.

          Monte dei Paschi plant eine Kapitalerhöhung in Höhe von insgesamt rund fünf Milliarden Euro, wobei auch Schulden in Eigenkapital umgewandelt werden sollen. Mit der Angelegenheit vertrauten Personen zufolge strebt das Finanzinstitut im Rahmen der Schuldenumwandlung ein Ziel von einer bis 1,5 Milliarden Euro an.

          Die Bank schnitt beim europäischen Banken-Stresstest 2014 und 2016 am schlechtesten ab und braucht neues Kapital, um die Verluste aus dem Verkauf fauler Kredite im Volumen von 28 Milliarden Euro auszugleichen. Wenn das nicht klappt, könnte sie Staatshilfe benötigen, um eine Pleite abzuwenden.

          Referendum am Sonntag

          Nach einem Bericht der amerikanischen Finanzsenders CNBC hat die italienische Regierung angeblich in Brüssel bereits eine mögliche Hilfe beantragt; das gehe aus einem Bericht der italienischen Zeitung „Corriere della Sera hervor“.

          Die EU-Kommission habe sie genehmigt unter der Bedingung, dass neue Vorschriften angewendet werden, nach denen Anteilseigner und bestimmte Gläubiger der Bank allerdings erst herangezogen werden bevor der Staat sich beteiligt. Weder von Seiten der EU-Kommission noch des italienischen Finanzministeriums sei eine Stellungnahme zu bekommen gewesen.

          Die Beteiligung privater Gläubiger in Italien ist für die Regierung heikel. Denn es sind gerade viele Kleinanleger, die den Banken Geld geliehen haben - am Sonntag stimmen die Italiener darüber ab, ob sie die Verfassung so verändern wollen, dass Regierungen ihre Arbeit auf stabilere Mehrheiten bauen können künftig und außerdem eine Kammer des Parlaments wesentlich entmachtet wird.

          Weil der Ministerpräsident Matteo Renzi das Referendum unvorsichtigerweise mit seiner Person verknüpft hat, machen seine Gegner nun Wahlampf genau damit und nicht mit dem Thema, das eigentlich zur Abstimmung steht. Umfragen zufolge ist damit zu rechnen, dass die Mehrheit der Italiener mit Nein stimmen wird.

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